Bloß keine Protokolle! Es sei denn…

Visualisieren

Oder vielleicht doch?

Egal in welcher Sitzung. Es gab für mich immer eine Hassfrage: „Wer schreibt heute Protokoll?“

Widerlich. Brachte mich irgendwann dazu, zu Meetings immer zu spät zu kommen, nur damit dieser Kelch an mir vorüber gehen möge. Man hat ja so Strategien im Job. Protokoll schreiben! Das würde bedeuten, dass ich irgendwie alles mitschreiben müsste, nur um es dann strukturiert so aufzuschreiben, dass es alle verstehen. Uff! Und wer liest das überhaupt? Ich nie. Schick mir ein Protokoll oder eine Agenda und ich werde sie nicht lesen. Es sei denn, es sind Geschichten, oder es ist irgendwie bunt. Ja, mein Wunsch nach Unterhaltung ist riesig! 😉
Ich erwarte eine hübsch visualisierte Agenda zu Beginn des Meetings und einen kleinen Kaffeeplausch, bei dem ich über wichtige Punkte kurz vor dem Meeting informiert werde. Das ist viel bunter und spannender. Es sei denn, ich muss selbst einen Beitrag oder einen Vortrag leisten, dann bin ich 1000% vorbereitet. 🙂
Heute geht es mir nach wie vor so: Ich kann Ideen sprudeln, aber bitte zwingt mich nicht, sie aufzuschreiben, nicht strukturiert. Woher kommt diese Abneigung?

Ich behaupte, dass das sehr schulisch geprägt ist. Wir sollten in der 7./8. Klasse einmal einen Text durchstrukturieren und die wichtigsten Dinge heraussuchen. Das ist mir nie gelungen, immer war das, was ich wichtig fand, gar nicht wichtig. Befand mein Lehrer. Also beschloss ich Texte immer so anzunehmen, wie sie sind, Vorträge an mir vorbeirauschen zu lassen und mir nichts mitzuschreiben. Wer weiß schon, ob ich denn das Wichtigste erfassen würde?
Oh, war es vielleicht besser, doch etwas aufzuschreiben? Sieht das schlauer aus? Also gut, ich schrieb mir ein paar Einkaufszettel oder ToDos, damit alle dachten, dass ich auch etwas mitschreiben würde. Die Präsentation würde ich ja sowieso hinterher geliefert bekommen. Wenn da etwas Wichtiges für mich dabei ist, dann weiß ich ja, wo ich es finde. So schlug ich mich bis 2011 durchs Leben.

Dann entdeckte ich visuelle Protokolle und scribbeln im Meeting war irgendwie erlaubt. Gut, besonders strukturierte Menschen beäugen das immer noch kritisch, aber es funktioniert: Das, was sich in Bildern darstellen lässt, das ist irgendwie auch wichtig. Ich entdeckte, dass mir das viel Spaß machte. Ich entlarvte sogar schlechte oder schlecht vorbereitete Redner, weil ich dort gar nicht wirklich etwas visualisieren konnte. Das machte mich nervös. Aktuell besuche ich einen hervorragenden Onlinekurs für „Graphic Recording“, um mich für das Mitzeichnen auf der großen Fläche zu qualifizieren. Es ist herrlich! Mitzeichnen rules! Oder wie Peter Durand, einer meiner beiden Mentoren sagt: „Doodles for dollars!“ – Diane Durand (seit etwa 15 Jahren sehr erfolgreich in den USA) habe ich diese Frage in einem Einzel-Coaching gestellt: „Was machst Du, wenn der Redner so schlecht ist, dass Du gar nichts zeichnen kannst?“ – Antwort: „Ich zeichne ein hübsches großes Introbild. Was soll ich machen? Es liegt nicht an Dir, nicht an Deinen Bildvokabeln. Die Sicherheit gewinnst Du im Laufe der Zeit.“ 🙂

Yeah! Und so doodle ich mich jetzt durch Meetings! Ich brauche weniger Kaffee, weil ich ja eifrig zeichne. Herrlich! Hier ein paar Versuche aus meinen Notizbüchern seit 2011:

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Ideenfindung Onlinekurs für die Verkäuferausbildung online

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Ein grausiger Redner in irgendeinem Meeting. Keine Ahnung, welches Thema, aber ich optimiere meine Zeichenkompetenz, meine Bildvokabeln

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Mitscribble in einem Meeting. Kollegin: „Ah, kannst Du das hinterher dann noch mal ‚richtig‘ aufschreiben, was wir da gesagt haben?“ Ich sage: „Ich kann es Dir einscannen, mehr nicht!“ – In meinem Kopf hingegen passiert ein wildes Szenario, in dem ich betreffende Kollegin mit aller verfügbarer Kraft mit Hilfe eines betonähnlichen Notizbuches verhaue! Ihr saure Milch in den Kaffee gieße und ihr ein paar abgelaufene Kekse serviere!

Wir müssen noch viel tun, um scribbeln salonfähig zu machen!

[frame src=“http://wordpress.p290860.webspaceconfig.de/wp-content/uploads/2012/09/IMG_1531.jpg“ width=“600″ height=“IMAGE_HEIGHT“ lightbox=“on“ title=“IMAGE_TITLE“ align=“left“ ] [space height=“25″] Mitscribble Webmontag BS, Vortrag „Campstove“ cooles Thema. Begeisterter Redner. Mir gehen die Bildvokabeln aus… 🙂

[frame src=“http://wordpress.p290860.webspaceconfig.de/wp-content/uploads/2012/09/IMG_1538.jpg“ width=“600″ height=“IMAGE_HEIGHT“ lightbox=“on“ title=“IMAGE_TITLE“ align=“left“ ] [space height=“25″] Scribble am Telefon. Bildbibliothek trainieren.

[frame src=“http://wordpress.p290860.webspaceconfig.de/wp-content/uploads/2012/09/IMG_1526.jpg“ width=“600″ height=“IMAGE_HEIGHT“ lightbox=“on“ title=“IMAGE_TITLE“ align=“left“ ] [space height=“25″] Toller Vortrag am Webmontag BS. Titel „Mein kleines schwarzes Büchlein“ –> Interessante Ideen zum Selbstmanagement. Ich müsste noch an der Bildaufteilung arbeiten. Aber: wir sind ja hier zum Lernen! 🙂

[frame src=“http://wordpress.p290860.webspaceconfig.de/wp-content/uploads/2012/09/IMG_1529.jpg“ width=“600″ height=“IMAGE_HEIGHT“ lightbox=“on“ title=“IMAGE_TITLE“ align=“left“ ] [space height=“25″]

Teil 2 des Vortrags. Auch hier dürfen es gerne noch ein paar Bildvokabeln mehr sein. Üben, üben, üben.

À propos üben:

Macht Ihr mit? Am Freitag, den 21.09.2012 halte ich im Rahmen der Co-Working-Week zu genau diesem Thema einen Vortrag mit Mini-Workshop. Hier gibt es ein paar Tipps zur FlipChart-Gestaltung und auch die eine oder andere Bildvokabel.
Mehr Informationen gibt es hier.
Den Livestream zur Veranstaltung gibt es hier.

Alle Infos zur Co-Working-Week gibt es hier.

Mehr zum Thema „Visualisierung im Seminar“ gibt es nächste Woche auf der Messe „Zukunft Personal 2012“ in Köln in der Halle 11.3 am Stand X.40 bei apprenti – Sandra Dirks. Wo sonst!? 😉

 

 

Sandra Dirks

Hallo, ich bin Sandra!
Ich blogge über Flipcharts und Methoden, um zauberhaften Menschen dabei zu helfen, Ideen zu finden, für quirlige, überraschende und unvergessliche Events.

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