Lerne aus meinen Fehlern – Sind 10 Speicherplatten der Weg zum Videoglück?

Videotipps

Ich bezeichne mich nicht als Videoprofi, auch wenn ich das in dem einen oder anderen Kommentar auf Facebook in den letzten Wochen so lesen durfte. Vielen Dank dafür, aber so ist es nicht. Es gibt noch so viel zu lernen.

Ich bezeichne mich eher als Videoverrückte, die dich an ihrem Entwicklungsprozess teilhaben lässt. „Lerne aus meinen Fehlern“, so könnte man es nennen. Heute möchte ich dich für das Thema Speicherplatz sensibilisieren, bevor es zu spät ist, und du furchtbar in Tüddel kommst.

Furchtbar in Tüddel bin ich mit diesem Projekt gekommen, weil die Zeit einfach zu knapp war, um die ganzen Videos hin- und her zu schieben. Es ist das Projekt „Nähen & Kritzeln“, das ich für mein privates Blog vorgesehen habe. Vier Videos von dreißig konnte ich bisher erst fertigstellen.
Ich werde das Projekt noch mal offiziell neu starten müssen. Ab August. Schade, aber man lernt eben aus seinen Fehlern. Das wuppst du mal nicht so eben, wenn du nicht Hollywood bist.


Klar, ich hätte mir das, was ich jetzt falsch gemacht habe, auch ersparen können. Einfach indem ich mich – bei für mein Gefühl etwas drögen aber technisch sehr kompetenten Ratgebern – umfassend darüber informiert hätte, wie man das richtig macht.

Oder strukturierter vorgeht, das trifft es wohl besser. Dann wäre aber auch nicht manch kleines authentidingsisches Video entstanden, für das ich in der Vergangenheit eine Menge positives Feedback erhalten habe. Spaß hat es auch noch gemacht.

Wahrscheinlich hätte ich die Videodrehs schon aufgegeben, bevor ich überhaupt damit begonnen hätte. Ich schrub es hier ja schon häufiger:

Videodreh und Blog sind bei mir im Grunde ausschließlich lustgesteuert.

 

Mein Arbeitsprozess bevor ich ein einzelnes Video drehe läuft in etwa so ab – also kein Videokurs:

Ich sortiere morgens in Gedanken auf dem Klo eine Idee, die mir schon in Schüben seit ein paar Tagen im Kopf herumgeistert. Meistens ist dieser Ideenentwurf etwas pompös, ausfallend groß, und kann ein ganzes Hollywood-Studio-Team tagesfüllend in Arbeit bringen.

Dann erinnere ich mich daran, dass ich ganz alleine selbstständig bin, und mir ein solches Team aus Profis gar nicht zur Verfügung steht. Frustriert drücke ich die Klospülung und gehe unter die Dusche.

Während ich herumschäume und Unmengen an Wasser verbrauche, wird die Idee konkreter. Du kennst das. Mancher singt unter der Dusche, ich denke.

Naja, und nach Dusche und Frühstück kann es dann auch gleich schon losgehen.

 

Was heißt nun, dass eine Idee sich konkretisiert?

Für mich heißt das, dass ich die Ziele klar habe.
Die Lernziele samt Grundidee:
Was will ich mit diesem Video den Zuschauern vermitteln?
Was können/sollen die Zuschauer hier lernen?

Schon sehe ich den Videodreh vor mir. Ich weiß ungefähr, was ich sagen möchte, habe eine Idee, welche Hilfsmittel ich brauche, und wie ich das Setting aufbaue. Manchmal schreibe ich mir ein Mini-Drehbuch, aber das ist eher selten. Wenn ich Videos für einen Videokurs drehe, dann mache ich mir einen Trainerleitfaden (Ablaufplan), damit ich weiß, was ich wann und wie vermitteln möchte. Mancher bezeichnet dies auch schon als Drehbuch. Für mich als Trainerin ist und bleibt das aber ein Trainerleitfaden.

Dann geht es endlich los. Ich ballere sämtliches Speicherkartenmaterial voll, mit Video- und Sounddateien. Uii, das macht Spaß! Läuft. Spielfreude vorausgesetzt.
Natürlich will ich dann meine Ergebnisse sofort sichten und bearbeiten.

Aber oje! Der PC zeigt einen Speicherplatz von 12 GB, und ich habe heute Material von 100 GB aufgenommen. Finde den Fehler.

Selbst, wenn ich den Platz so aufgeräumt habe, dass ich das Material gerade so öffnen kann, hilft es noch nichts. Ich muss noch ausreichend Platz haben, damit die Schnittprogramme arbeiten.

Und nu? Ich möchte doch gleich nachher das Video, den Blogbeitrag, und auch den Newsletter veröffentlichen. Stattdessen kopiere ich jetzt Daten auf unsere externe Festplatte, und der Erscheinungstermin verschiebt sich nach hinten. Oft passiert.

Was könnte mir helfen?

Nein, kommt mir nicht mit einer schicken Excel-Tabelle, oder Trello für die Terminplanung. Das hilft mir leider gar nicht. LUSTGESTEUERT!

Eine persönliche Sketchnote könnte helfen, die mir noch mal den gesamten Workflow aufzeigt. Das Erstellen der Sketchnote, und das Anschauen hilft mir, die Abläufe zu verinnerlichen, und bewusster zu werden. Das hat sich auch in anderen Bereichen gezeigt. Probier das mal aus, mir hat das gut geholfen.

Speicherplatzhygiene Sketchnote von Sandra Dirks

Und siehe da:

Kurz vor Feierabend prüfe ich den Speicherplatz. Wenn nicht, dann starte ich das Kopieren von Daten auf die externe Festplatte. Während ich also in meinen Feierabend starte, werden Daten kopiert, und aufgeräumt.

Wenn ich dann am nächsten Morgen anfangen möchte zu arbeiten, dann habe ich ausreichend Platz. Ich bin ganz überrascht, aber genau SO ist es heute gerade passiert. Verdammt, so ein kleiner logistischer Dreh, der kann dein Leben verändern! JA!

Klar, Menschen die logisch und strukturiert vorgehen fragen sich jetzt, ob dieser ganze Beitrag hier wirklich ernst gemeint ist. Aber die Menschen, die so gestrickt sind wie ich, die brauchen zwischendurch eine spielerische, auf das allernötigste beschränkte Idee, wie sie diesen Arbeitsablauf wuppen können. Alles andere raubt Zeit und Spaß.

Ja, dann machen wir das doch einfach mal.

 

Aber was denn?

Der Ehemann ist zum Glück ein IT-Mann, der lernen musste, mich zu verstehen. Von ihm habe ich einen Tipp, wie ich das Aufräumen der Festplatte angehen kann.

Er empfiehlt dies:

  1. TreeSize free

TreeSize ist eine kostenlose Software, die mir auf meinem Windows-Rechner zeigt, welche Dateien meinen Speicherplatz belegen. Diese Software gibt es schon lange, und vielleicht hast du sie schon oft genutzt. Für mich war das neu, und ich habe sehr gestaunt, wo meine Daten so herumhängen, nachdem ich das Programm letzte Woche das erste Mal installiert hatte.

Das Programm kann man für das ganze Laufwerk anwenden, aber auch für einzelne Ordner. Da ich sowieso in dieser Sommerlochzeit meine Dateien einmal grundlegend aufräumen wollte, erscheint mir dies ein guter Anfang.

Hier findest du mehr Informationen dazu: http://www.heise.de/download/product/treesize-free-1532 

Sicher kann man mit der Software noch viiiel mehr anfangen, aber ich möchte dir hier nur die kleine Anwendungsidee weitergeben, die mir gerade geholfen hat.

Hier besteht Handlungsbedarf, es ist nur noch verdammt wenig Platz:

 

Eigenschaften der Festplatte C

Wenn du mit der rechten Maustaste auf das Laufwerk C, oder einen beliebigen Ordner klickst, dann siehst du dieses Kontextmenü:

Kontextmenue für das Aufrufen von TreeView

Hier klickst du dann auf die Anwendung „TreeSize Free“. Das Programm öffnet sich, und beginnt mit der Analyse.

Anwendung Treeview mit Beispielergebnis

Ein erstes Ergebnis könnte so aussehen. Wenn ich jetzt auf die Pfeile vor den Ordnern klicke, dann öffnen sich die verzweigten Ordner, und du kannst sehen, wo ganz genau deine großen Daten liegen. Ich finde das sehr spannend. Plan: Aufräumen, bevor es die nächsten Videoprojekte gibt.

Mac? Keine Ahnung, da müsst Ihr mal googeln. 😉
Das habe ich dazu auf die Schnelle gefunden: http://disk-inventory-x.de.softonic.com/mac

Oder dies: http://www.netzwelt.de/download/11253-jdiskreport.html

 

  1. Externe Festplatte

Ihr habt es hier schon an einigen Stellen gelesen. So ein Ding ist unverzichtbar, aber zum Glück bezahlbar. Es handelt sich hier um den Einsatz einer externen Festplatte.

Wie viel Speicherplatz brauche ich, wenn ich mir eine extra Platte kaufe?

Nur mal als Beispiel, damit du eine Idee bekommst, in welcher Größe sich das bewegen könnte:

Beispielsketchnote von Sandra Dirks

Wenn ich 10 kleine Videos für den FlipchartFriday aufnehme, nur mit einer Kamera, Video pur, dann komme ich auf eine Menge an Rohmaterial von 14,6 GB.

Nach der Bearbeitung der Videos, d.h. Schnitt mit Musik, Beschriftung und Abspann, haben diese 10 Videos eine Größe von 0,5 GB. Das macht pro Video eine Größe von 50 MB.

Die Videos zum FlipchartFriday haben meistens eine Dauer von einer Minute. Also können wir sagen, dass ich pro Minute hier mit etwa 50 MB rechnen muss.

Ich habe also etwa 14 GB Material, das ich kurzfristig lagere, aber langfristig nicht brauche. Grundsätzlich musste ich das Material aber erstmal auf den PC/Mac laden, um es zu sichten und zu bearbeiten.

Jetzt kann ich gleich diszipliniert sein, und die 14 GB Rohmaterial, die ich nicht verwendet habe weglöschen, oder ich behalte die Materialien noch eine Weile, für den Fall, dass ich die bereits fertiggestellten Videos noch einmal bearbeiten möchte.

So hängt es an dir, welche Größe hier für dich Sinn macht.

Da ich hier kein spezieller IT-Blog bin, möchte ich dir diese beiden Links empfehlen. Hier sind ein paar gute Tipps zu finden, die dir die Auswahl leichter machen:

http://www.pc-magazin.de/vergleich/externe-festplatte-kaufberatuntg-richtige-finden-1549647.html

http://www.t-online.de/computer/hardware/id_46679500/externe-festplatte-test-und-kauftipps.html

 

In unserem Netzwerk hier zu Hause in der Wohnung haben wir zwei große Platten im Einsatz, die kontinuierlich die Daten sichern. Hier werden auch alle Fotos und Videos gelagert. Neben der klassischen Datensicherung kann ich hier meine Daten ablegen.

Synology NAS (2 von 2)

Wir haben hier zu Hause zwei Synology NAS Festplatten mit 2 x 3TB. https://www.synology.com/de-de/

Klar, dass unter dem NAS noch ganz andere wichtige Dinge Platz finden. Also die wirklich wichtigen Dinge.

Synology NAS (1 von 2)

NAS?

Das sind Festplatten, die einen Netzwerkanschluss besitzen. Man kann dann mit mehreren Computern auf die Daten zugreifen. NAS steht für „Network Attached Storage“. Ein ganz schön großes Lagerhaus nur für Daten.
Sie sind ins WLAN integriert, und so muss ich nur ins WLAN gehen, um meine Daten zu laden. Da ich da sowieso ganz automatisch bin, ist eigentlich alles perfekt. Cool, ich muss noch nicht mal ein Kabel suchen.

Exkurs, ganz nebenbei:
Auf so eine Idee würde ich allerdings gar nicht kommen, wenn ich Single wäre, aber ich habe zum Glück einen IT-Mann geheiratet, der das alles anschließen und administrieren kann. Das würde ich empfehlen, wenn du dich hier nicht selbst einarbeiten möchtest.

337-Dirks_klein

Damals, am 14.07.2007. <3

Dafür bin ich sehr, sehr dankbar.
IT-Männer sind heutzutage auch in schick und tageslichttauglich erhältlich. Die alten Vorurteile kannst du über Bord werfen. Alle mir bekannten IT-Männer sind übrigens glatt rasierte nette Typen, und sogar Nichtraucher. 🙂

Aber Achtung!
Ein Vollbart ist übrigens kein Indiz für einen IT-kompetenten Mann, das kann, aber muss nicht sein. Pass auf, dass du dir man nicht mal einen Hipster einfängst. Das hilft dir dann auch nicht wirklich weiter. 😉

Mist, hier müsste jetzt ein hilfreicher Link stehen, der dir zeigt, wo du deinen IT-Mann fürs Leben findest.

Au Backe, jetzt bekomme ich Ärger, wenn ich nicht auch schreibe, dass es klasse IT-Frauen gibt, die man sicher auch heiraten kann. Aber ich hatte eben einfach nur meine eigene Geschichte im Kopf.

Plan und guter Vorsatz für das 2. Halbjahr

  • Einmal wöchentlich die Festplatte des PCs aufräumen, d.h. die Fotos und Videos auf die externe Platte schieben. So ist in der Folgewoche genügend Platz für neues Videomaterial etc. Ob ich mir dafür mal einen wiederkehrenden Termin in meinen Kalender eintrage?

 

  • Monatlich fünf Ordner auf der externen Festplatte vornehmen, und aufräumen. Sich die Frage stellen: „Was kann weg?“ –

 

Damit ist das 10.000ste Bild einer bestimmten Sache gemeint, oder Video-Rohdateien.

Brauchst du die Kundenbilder von vor 6 Jahren noch?

Die Seminarfotos eines Kunden, den du schon seit Jahren nicht mehr betreust, die kannst du doch wirklich löschen. Schließlich hast du die Fotos damals zur Verfügung gestellt. Jetzt reicht es doch langsam, oder? Das Geld, das du für den Auftrag erhalten hast, das hast du auch längst ausgegeben.

Man könnte auch mit einer zusätzlichen Festplatte arbeiten, die ausschließlich zum Zwecke der Videobearbeitung dient. Diese Platte wird direkt an den PC angeschlossen. Dann greifen die Schnittprogramme darauf zurück, und die fertigen Videos kannst du auch hier speichern.

Grundsätzlich ist es aber besser, wenn es genügend Speicherkapazität auf dem PC, oder dem Mac gibt, um die Videos dort zu bearbeiten. Meine Erfahrung ist, dass das schneller geht. Dann lieber zusätzlich eine Platte, um die bearbeiteten Videos zu speichern. Und wenn du dir jetzt vornimmst aufzuräumen, dann hast du auch genug Platz. Schau mal ganz kritisch deine Speicher durch.

Mal ganz ehrlich gesprochen:
Selbst, wenn du dir jetzt noch 10 weitere externe Festplatten zulegst, wirst du immer wieder an den Punkt kommen, dass du dich verzettelst. Bist du wirklich glücklicher, wenn du noch 10 weitere Kleiderschränke voller Klamotten hast?

Ich habe es jetzt verstanden, und probiere es mal mit den kleinen Ordnungstricks.

Lass uns also mal ordentlich Platz schaffen, für unsere neuen Videos, ja?
Machst du mit?

Was spricht dagegen, mal ordentlich aufzuräumen?
Dann klappt’s auch später ganz reibungslos mit dem Videomaterial.

Signet_Deine

 

 

 

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Sandra Dirks

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Huberta Weigl
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Liebe Sandra,

vielen Dank für den Hinweis auf treesize. Ich probiere das aus.
Ich habe CCleaner installiert. Keine Ahnung, ob das dasselbe ist. Egal, doppelt geputzt, ist noch sauberer, oder? 🙂

Wie gleichst du die Datenbestände auf deinen Festplatten ab? Ich verwende SyncToy.

Herzlichen Gruß aus Wien
Huberta

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Hallo Huberta, unser NAS erfüllt zwei Aufgaben. Zum einen ist es die erste Stufe der Datensicherung der PCs im Netzwerk, zum anderen das Archiv für Daten, die aktuell nicht gebraucht werden. Für die Datensicherung verwenden wir den „Dateiversionsverlauf“, den es seit Windows 8 als Standardfunktion gibt. Der Dateiversionsverlauf überwacht die Verzeichnisse, in denen typischerweise Anwenderdaten gespeichert werden, und sichert neu erstellte oder veränderte Daten auf das NAS. Der Dateiversionsverlauf ist so konfiguriert, dass er nicht nur den letzten Stand einer Datei, sondern auch ältere Zwischenstände behält. Die Sicherung der Daten erfolgt automatisch. Sofern die Laptops im Heimnetzwerk sind und das… Read more »
Huberta Weigl
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Ok, treesize ausprobiert.
Jetzt sehe ich, was wie viel Speicherplatz einnimmt, wobei es viele Order gibt, bei denen es mir schleierhaft ist, was die sollen. Aber zumindest kann ich mich etwas orientieren. 🙂

Zum Putzen ist dann CCleaner tatsächlich eine gute Alternative.
Und den Rest packt man dann auf externe Festplatten. Wie viel GB haben deine?

Herzlichen Gruß
Huberta

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