Lustkiller Redaktionsplan – 3 Tipps, die Ihnen wieder mehr Lust aufs Bloggen machen

Erlebnisse
Lustkiller Redaktionsplan

Bloggen ist toll. Wer bloggt, der hat Lust darauf, etwas mitzuteilen. Wer darauf keine Lust hat, der soll einfach nicht bloggen!

Ein Blog ist für mich immer noch irgendwie ein Logbuch, ein Tagebuch. Für mich hat das immer mit dem eigenen Erleben zu tun. Ich schreibe über etwas das ich erlebt habe. Auch wenn ich eine Methode beschreibe.

Das erklärt den Schreibstil hier. Dieser Schreibstil, der sich z.B. vom Buch unterscheidet. Hier kann ich alles rauslassen, so wie ich das möchte. Hier erleben Sie mich. Auf meiner CD-ROM <- ja, cool sowas gibt’s noch, – da beschreibe ich ganz nüchtern und sachlich die Methoden, die Sie umsetzen sollen. Ohne schnickschnack. Zack, einfach sachlich. Zwei völlig verschiedene Welten. Das muss aber sein.

Im Blog erzähle ich etwas, da bin ich da. So, als würde ich es in ein Video sprechen, so als würden wir bei einem Kaffee darüber plaudern. Dabei gibt es mal guten, mal weniger guten Content. Im Grunde liegt das aber alles im Auge des Betrachters. Als Trainer oder Berater neigen wir alle dazu, unsere Themen hyperwichtig zu nehmen. Klar, ich schließe mich da nicht aus.
Schließlich sind MEINE Themen auch wirklich hyperwichtig. 😉

Manchmal finde ich ein Thema oder einen Blogbeitrag toll, und ich habe viel Spaß ihn zu verfassen, und die Fotos dazu zu erstellen. Dann gibt es Beiträge, die machen weniger Spaß, die schreib ich mal eben so hin, weil ich gerade eine kleine Idee dazu hatte. Foto dazu, zack, veröffentlichen. Die finde ich manchmal sogar selber doof, und die Fotos sind sogar manchmal lustlos.
Meist folgen diese Beiträge aufeinander, erst der tolle Beitrag. Also der, den ich toll finde. Dann der, den ich weniger gut finde. Da überschlagen sich dann die Kommentare, der wird geteilt wie verrückt. Es wird mir ein ewiges Rätsel bleiben. Das Wichtigste ist jedoch, dass ich mir selber dabei treu bleibe.

In dieses Bild vom Bloggen passt nur schwer das ekelhafte, alles lähmende, strunzenlangweilige Wort: REDAKTIONSPLAN!

Wie? Sie bloggen, aber Sie haben keinen Redaktionsplan? Sie NICHTS, SIE! Schließen SIE Ihr Blog, kündigen Sie als Blogger, Sie sind unwürdig. Sie sind das schwarze Schaf der Blogosphäre. OHA!

Das ist das Gefühl, das man leicht bekommt, wenn die Szene – hier meine ich allerdings eher die Trainer- und Berater- plötzlich mal wieder eine neue Sau durchs Dorf jagd. In diesem Fall ist es der Redaktionsplan.
Ich habe mich wirklich sehr bemüht, dem Thema eine Chance zu geben. Mir verschiedene Optionen angeschaut und angeschafft.
So! Aber je mehr ich mich mit dem f****** Redaktionsplan beschäftige, ausfülle, vervollständige, vorausplane, desto weniger Bock habe ich aufs Bloggen! Desto weniger Beiträge lesen Sie hier. Desto weniger Tipps erhalten Sie hier.

Ich glaube da gerade an eine böse Verschwörung der Blogger-Beraterszene, die Bloggern wie mir das Thema madig machen, damit ich einen Kurs buche, der mir sagt, wie ich wieder mehr Lust aufs Bloggen bekomme? Das wird es wohl sein! Ich habe es aufgedeckt.

Nein, aber mal ehrlich. Ich habe vorletzte Woche mit einer lieben Kollegin telefoniert, und wir haben uns gegenseitig gestanden, dass wir lieber ohne einen Redaktionsplan arbeiten. Wir hatten sogar die gleichen Organisationsmittel oder Plugins installiert. Aber wir kicherten herum, während wir uns eingestanden, dass wir zwar sowas wie einen Plan haben, den aber jede Woche neu sabotierten. Daraufhin verkündete ich mutig, dass ich unbedingt mal über das Thema bloggen müsse, so trug ich das Thema feierlich für letzte Woche Dienstag in den Plan ein.

Aber letzte Woche Dienstag hatte ich einfach keine Lust auf das Thema. Da ich keine Lust auf das Thema hatte, und mich darüber ärgerte, dass es jetzt so mahnend im Plan stand, zickte ich herum, und hatte auf gar kein Thema Lust. Na, das ist ja geglückt! So bloggte ich in der letzten Woche wieder nur über den Flipchart-Friday, der sowieso irgendwie aus der Retorte kommt, und auch schon für die nächsten sechs Wochen feststeht. Schließlich sind die Videos alle schon gedreht. Na, immerhin etwas. Aber mein Blog kann eigentlich mehr. Und ich auch.

Die Frage ist, ob viele einen Redaktionsplan nutzen, weil sie Angst haben, dass es ihnen an Ideen zum Bloggen mangeln könnte. Mir mangelt es nicht an Ideen. Vielleicht haben sie auch keine Ideen. Aber sollte man dann nicht lieber das Bloggen aufgeben?

Also was hilft, wenn der Redaktionsplan nichts für Sie ist?
Lassen Sie uns gemeinsam 3 Tipps ausprobieren, mit denen wir – Sie und ich- in den nächsten Wochen wieder mehr Lust aufs Bloggen bekommen:

Achtung: Diese Vorgehensweise ist nichts für Leute, die immer rechtzeitig irgendwas planen. Diese Vorgehensweise ist für mich, und für Leute, die immer erst mit der Deadline reagieren.

 

1. Nehmen Sie Ihren Kalender zur Hand

An welchen Tagen in den nächsten zwei Wochen – nicht mehr – sind Sie bereit, sich Zeit freizuschaufeln fürs Bloggen? Machen Sie ein Herz in Ihren Kalender und schreiben Sie ‚Blog‘ dazu. Den Tag sollten Sie schon auswählen, auch ohne Redaktionsplan, denn Sie brauchen schon ein wenig Zeit. Dabei können Sie entweder abends den Beitrag für den nächsten Tag vorbereiten, oder z.B. ganz früh aufstehen, um den Beitrag noch vor der Mittagspause ‚raus‘ zu bekommen. Planen Sie bewusst knapp, sonst haben womöglich keine Lust! So geht es mir immer.

Sehen Sie es als Date mit Ihrem Blog. Sie lieben doch Ihr Blog, oder? Also, ich schon.

2. Welche drei Themen bewegen Sie aktuell? Für welche Themen brennen Sie gerade?

Also meine drei Themen sind gerade Webinare, Video und Visualisieren.

Sascha Lobo, den ich ja nie zitieren wollte, der hat einmal gesagt, dass man manchmal Blogbeiträge plant oder entwirft, die man niemals schreiben oder veröffentlichen wird, weil ihre Zeit entweder schon vorbei ist, oder nie kommen wird. Das hätte ich so nicht erwartet, dass ich diese Erkenntnis einmal teilen würde. Ich habe mir immer vorgenommen, dass ich hier noch ein paar Methoden aus meinem alten Fundus teilen möchte, die einfach noch auf meinem PC schlummern.

Ich wundere mich seit einem halben Jahr darüber, dass diese Themen in irgendeinem Plan stehen, aber ich sie gar nicht anfasse. Denn es sind einfach nicht mehr meine Themen. Ich habe keine Lust darauf. So ist es z.B. mit den Methodenfundstücken, die ich immer mal verbloggt habe. Die kamen ganz gut an. Aber was nützt es mir für Themen bekannt zu sein, die ich nicht mehr anbiete?
Ich verabschiede mich also von dieser Rubrik. Dabei fällt mir ein Riesenklotz vom Herzen. Rrrrumms! Mit der Folge, dass ich mehr Energie für neue Artikel freigesetzt habe. Aha!

Nun könnten Sie einwenden, dass ich als ’smarter‘ Blogger ja auch meinen Leser im Blick haben soll, denn schließlich ist das hier auch mein Business.
Ja, das habe ich, und zwar den, der mir auch als Kunde ans Herz gewachsen ist. Dort habe ich mir in den letzten Wochen viel Feedback eingeholt. Es ist der Wunsch da nach Inspiration für visuelles Tun. Wünsche zum Thema Webinar, die sich mit Technik, aber auch mit Haltung beschäftigen. Wünsche zum Thema Video. Immer eingeleitet mit der Frage: „Wie machst Du…?“

Das ist wertvoll, und da freue ich mich drauf. Das kommt dem, wie ich das Bloggen ursprünglich verstehe auch wirklich sehr nah.

3. Wählen Sie ein Thema aus: Setzen Sie sich in eine Ecke, oder aufs Klo, und erzählen Sie Ihrem imaginären Lieblingsleser genau das, was Sie auch ins Blog schreiben würden.

Zunächst formuliere ich mir ein oder mehrere Ziele für den Beitrag. Aber erst dann, wenn ich auch wirklich anfange. Nicht vorher. Dann setze ich mich aufs Sofa, oder tatsächlich aufs Klo, und erzähle laut.
Es ist eine Interviewsituation, in der die Ziele, die ich mir für den Beitrag überlegt habe die Fragen darstellen. Auf diese Fragen finde ich spontan Antworten. Das bedeutet, dass meine Nachbarn, sofern sie mich im Bad belauschen, wissen, was Sie in etwa zwei Stunden im Blogbeitrag lesen werden. Danach setze ich mich an den Tisch und schreibe es auf. Lese es mir x-mal laut durch.
Danach kümmere ich mich um die Fotos, und dann geht das Ding nach einer letzten Kontrolle online. Selbstverständlich mit allen 1000 Kommafehlern, die Sie von mir gewohnt sind.

Nur diese Vorgehensweise funktioniert bei mir, und ich kann mittlerweile auch schon auf acht Jahre Erfahrung zurückschauen.
Vielleicht hätte ich 10 oder 1000 Leser mehr, wenn ich einen Redaktionsplan hätte, aber ganz sicher geht mir dabei das Dirksige verloren. So könnte dann auch Hans Wurst hier bloggen, naja und seelenlose langweilige Blogs haben wir auf dieser Welt nun wirklich schon genug, oder?

 

Sandra Dirks

Hallo, ich bin Sandra!
Ich blogge über Flipcharts und Methoden, um zauberhaften Menschen dabei zu helfen, Ideen zu finden, für quirlige, überraschende und unvergessliche Events.

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Bettina Schöbitz
Gast
Nanana, Frau Dirks – wer wird denn gleich so aus der Haut fahren! So ein Redaktionsplan ist doch an sich eine harmlose Kreatur – doch ähnlich einem Kampfhund scheinen Sie einem sehr verzogenen und bissigen Exemplar begegnet zu sein. Dabei können die possierlichen Redaktionsplänchen so unterhalt- und folgsam sein, wenn sie im Welpenalter schon richtig angelernt werden. Redaktionspläne gibt es nämlich in allen Rassen und Facetten. Von sachlich-reinrassig-durchdesignt bis hin zu kreativ-buntscheckig-lebenslustig. Und in einem gebe ich Ihnen ja Recht: Es gibt keinen Zwang, sich einen Redaktionsplan zu halten. Doch wenn – dann bitte artgerecht und mit Spaß. So ein… Read more »
Bianka
Gast
Liebe Sandra, ich gebe es zu, ich bin auch kein Freund von Redaktionsplänen – auch wenn ich selber bereits darüber gebloggt habe und es damals empfahl. Hier nämlich: https://geistreich78.info/social-media/der-social-media-redaktionsplan-das-unbekannte-wesen Wobei, man muss das ein wenig mehr differenzieren. Zumindest ist das meine Erkenntnis aus den letzten Jahren. Es kommt nämlich immer drauf an. Auf den Blogger nämlich und auch auf das Blog. Ein Corporate Blog beispielsweise, an dem mehrere Autoren arbeiten, würde vermutlich ohne Redaktionsplan zusammenbrechen. Ein Firmenblog, das nur von einem Autor gefüllt wird, kann auch von einem Plan profitieren, wenn es denn so ist, dass der Blogger einen haben… Read more »
Thorsten Ohler
Gast

Liebe Sandra,

find ich gut, dass Du Dir da Deine Freiheiten nimmst 🙂
Wenn es weder dem Leser was Neues, noch Dir Spaß bringt…
… für den Plan? Als ob der sich schon ein mal bedankt hätte… 😉

„Überfüttern“ seh ich nicht als so große Gefahr. Ich verstehe Blogs eher als Buffet. Eines das sich seehr lange hält 🙂 Wenn das Schild sagt „Heute frische Inspirationen“, weiß ich: Morgen auch – oder wann immer ich mag.

Bin schon auf den nächsten Beitrag gespannt!

LG vom chartflipper! 🙂

Thorsten

Christine Winter
Gast
Danke für diesen Artikel – ich bin zwar planlos glücklich, aber dabei permanent schuldbewusst… 🙂 Über 90 Blogartikel innerhalb eines Jahres mit zumeist mehr als 1000 Worten sagen: Wenn ich schreiben will, dann schreibe ich. Und ich will! Denn es geht um mein Thema „Stille Stärken“ und um meine Geschichte, die persönlicher kaum sein könnte. Allerdings weiß ich oft erst, nachdem der Artikel online steht, worum es denn nun eigentlich genau an diesem Tag geht. (Es gibt auch Tage, da kann ich mir beim Korrekturlesen selbst nicht folgen. Aber die LeserInnen finden irgendwie trotzdem einen Sinn…) Wer mit einem Redaktionsplan… Read more »
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