10 Goldene Flipchart – Regeln für Gruppenleiter

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Sandra Dirks - Beitragsbild zu den 10 goldenen Flipchartregeln

Flipcharts zu schreiben ist gar nicht dein Hauptjob, deshalb hier für dich ein paar Flipchart – Regeln, die dir eine kleine Hilfe sein sollen.

Es gibt Situationen, in denen dir so ein Flipchart die Arbeit im Ehrenamt, oder im Business sehr erleichtert. Du findest das „Ding“ ganz praktisch und übersichtlich.

Hin und wieder verfasst du mal ein Flipchart, und bist daher dankbar für jeden kleinen Tipp, der dir diese Aufgabe erleichtert.

Hier habe ich dir 10 Denkanstöße zusammengestellt, die ich einfach mal großspurig als 10 goldene Regeln bezeichne.

 

Sandra Dirks - 10 goldene Regeln für Flipcharts Übersichtsbild

 

Selbstverständlich zeigen dir diese 10 Regeln nicht die ganze Bandbreite für die Gestaltung zauberhafter Flipcharts. Diese Regeln liefern dir Impulse, die dir ganz grundsätzlich nützlich sein können, und die abhängig von deiner Erfahrung wertvoll sind.

 

Sandra Dirks - 10 goldene Regeln für Flipcharts Überschriftsbild

 

1. Konturen in schwarz

Sandra Dirks - Lege alle Konturen auf dem Flipchart in schwarz an

Lege die Konturen deiner Zeichnungen in schwarz an. Schreibe immer in schwarz. Das ist auch in großen Räumen von ganz hinten gut lesbar.

In den meisten Räumen sieht die Ausstattung mit Markern eher so aus:

Schwarzer Marker: Schreibt kaum noch, Spitze arg ausgefranst, oder fehlt. Unmöglich für den Einsatz.

Blauer Marker: Alternative zu schwarz. Gute Idee, aber auch der blaue Marker ist oft schon etwas schwach auf der Brust

Grüner Marker: Schreibt super, kann nur keine Sau richtig lesen, und in der Sonne schon gar nicht. Ich finde die Farbe super hässlich.

Roter Marker: Hier gibt es beide Szenarien, er ist entweder total ausgelutscht, oder er schreibt bombig. Die Lesbarkeit erhält aber analog grüner Marker das Prädikat „Vergiss es!“.

Was ist die Alternative?

Lege dir für den Fall drei bis fünf schwarze Marker bereit. Ausgehend davon, dass du wahrscheinlich mehr Text, als Zeichnungen verwendest, rate ich dir zur Keilspitze.

Hier braucht es etwas Übung, bis du den richtigen Dreh raus hast, und fein zeichnest. Für die kleinen Zeichnungen kannst du dir noch zwei Marker mit Rundspitze bereitlegen, wenn du magst. Probiere am besten beides einmal aus.

Das Schriftbild ist abhängig von der Gewohnheit, aber auch davon, wie du mit dem Stift klar kommst.

 

2. Nutze maximal drei Farben + schwarz

Sandra Dirks - Nutze Max. 3 Farben und schwarz auf dem Flipchart

Auch wenn es eine herrliche Palette an Farben gibt, beschränke dich auf maximal drei Farben und schwarz. Es gibt Ausnahmen, bei denen du vielleicht mal über die Stränge schlagen kannst. Besondere Charts. Einige Beispiele beim #FlipchartFriday fallen mir dazu ein. Schau mal hier: *KLICK*

Aber grundsätzlich solltest du dich mit Farben auf dem Chart zurückhalten.

Wie wäre es mit den Vereinsfarben?
Den Farben deines Berufsverbandes?
Deines Clubs?
Deines Unternehmens?

Du könntest auch sagen, dass du mit den Farben auskommst, die da im Raum rumliegen. Du erinnerst dich an die hübschen Marker in grün, blau und rot? 😉

Jetzt machen sie Sinn, weil du mit schwarz Konturierst, und du diese drei Farben dann für Akzente einsetzen kannst. Aber bitte zielgerichtet.

Zielgerichtet bedeutet: Du überlegst dir genau, was du aus welchem Grund gerne farbig hättest.

Sind es z.B. alle Zahlen, die du in rot schreibst, um sie herauszuheben?
Ist es eine Frage, die du rot schreibst, um sie herauszustellen?
Unterstreiche Schlüsselworter, die einen Zusammenhang über das gesamte Chart darstellen in der gleichen Farbe.

Teilnehmer (Zuschauer) müssen Muster erkennen können.

…und was ist mit grau?

*Hüstel* Grau geht immer. Es ist auch nur eine Schattierung des schwarzen Markers. Mit grau zeichnest du einfach alle Schatten ein. Das ist auch ein Muster. Ein Muster, das sogar sehr angenehm auf die Zuschauer/ Teilnehmer wirkt, weil sie es kaum wahrnehmen, es aber trotzdem wirksam ist.

 

3. Entwirf deine Ideen für Layouts in einem Skizzenbuch

Sandra Dirks - Entwirf deine Layouts für Flipcharts im Skizzenbuch

Layout ist immer so ein großer Begriff. Damit meine ich die Aufteilung eines Flipchartblattes.
Damit du ein Gefühl für die Aufteilung auf dem Blatt bekommst, mach dir einen ersten schnellen Entwurf in deinem Skizzenbuch, oder auf einem Entwurfsblatt. So weißt du schon, wie dein Chart hinterher aussehen wird. Das gilt auch für Flipcharts, die du live mit deinen Teilnehmern (weiter) entwickeln willst. Auch wenn du noch nicht weißt, was auf dich zukommt. Das gibt dir auf jeden Fall Sicherheit.

Mit so einem Entwurf bist du dann auch nicht gezwungen, immer nur von oben nach unten zu schreiben. Trau dich mal eine eigene Perspektive einzunehmen, und bring sie sicher aufs Flipchart.

Ein paar schwer erkennbare Beispiele? Bittesehr.

Sandra Dirks - Beispiel für ein Themenflipchart im Skizzenbuch Sandra Dirks - Beispielentwurf Willkommens-Chart Sandra Dirks - Beispielentwurf Willkommens-Chart 2 Sandra Dirks - Beispielentwurf Willkommens-Chart 3

 

4. Fotografiere deine Flipcharts, baue deine Sammlung aus

Sandra Dirks - Fotografiere deine Flipcharts

Baue dir deine eigene Sammlung an Flipcharts auf. Sammle nach Möglichkeit alle deine Flipcharts in einem Ordner auf dem Smartphone, um jederzeit wieder auf das Motiv zurückgreifen zu können. So musst du dir für gleiche oder ähnliche Themen keine Gedanken mehr machen.

Das ist auf gar keinen Fall langweilig. Ganz im Gegenteil: Mich beflügelt das immer. Ich ändere manchmal kleine Dinge ab, und die Entspannung darüber, dass ich mir gar nichts komplett neu ausdenken muss, bringt mich oft auf ganz neue Ideen.

 

5. Zerlege deine Bildideen in Grundformen

Sandra Dirks - Zerlege Bildideen in Grundformen

Hä? Schau dich mal um, alles, was dich umgibt, das besteht aus Grundformen. Vereinfache deine Welt.

Sandra Dirks - Flipcharts gestalten mit Grundformen

Sandra Dirks - Flipcharts gestalten mit Grundformen Beispiel

Jetzt bist du dran.

 

6. Bilder müssen nicht komplett ausgemalt werden

Sandra Dirks - Male Bilder auf dem Flipchart nicht vollständig aus

Mal ganz abgesehen davon, dass das ewig dauert: Himmel, wer soll denn das auch bezahlen?
Am Flipchart reicht es, wenn wir die Farbe andeuten. Erinnern wir uns wieder daran, dass es hier weder um Kunst, noch um die perfekte Abbildung geht. Hier geht es eher um das Hervorheben, um das Verdeutlichen.

Da braucht es schon mal einen Farbtupfer.

Ich mache manchmal Dinge gestreift, weil ich das schick finde.

Sandra Dirks - Auf dem Flipchart nicht alles komplett ausmalen

 

7. Kürze deine Texte

Sandra Dirks - Kürze deine Texte auf dem Flipchart

Dazu muss ich nicht noch extra etwas schreiben, oder? Auf welche Wörter kannst du verzichten?
Du musst nicht alles präzise ausschreiben, schließlich bist du als Moderator ja mit im Raum.

Na, komm! Du willst doch auch etwas sagen, oder? 😉

Sandra Dirks - Anleitungs-flipchart zum Speeddating

Mehr dazu kannst du wirklich erklären.

 

8. Visualisiere alle Arbeitsaufträge

Sandra Dirks - Visualisiere Arbeitsaufträge

Na, was denn nun? Erst Texte kürzen, dann Arbeitsaufträge visualisieren?

Ja, wenn du der Gruppe eine Aufgabe stellst, die sie ganz eigenständig erarbeiten soll, dann schreibe sie auf ein Flipchart. Beschränke dich auf die nötigsten Dinge, und vielleicht ersetzt du Wörter durch kleine Bilder.

Sandra Dirks - Beispielflipchart zur aufgabenbeschreibung Mimikry

Ich weiß noch, dass ich beim 1. Versuch, die Aufgabe zu beschreiben, das ganze Chart vollgeschrieben habe. Es geht natürlich immer noch kürzer.

 

Diese Regel hat einen Doppelnutzen:

Erstens: Prüfst du deine Anweisung darauf, auch garantiert nur die relevanten Informationen zu enthalten.
Zweitens: Musst du dir zukünftig weniger einen Kopf machen, über zu viel Text, denn diese Vorgehensweise schult dich darin, dich kurz zu fassen. Ich weiß, wovon ich da rede. Mir ist das verdammt schwer gefallen. Bei manchen Charts fällt mir das immer noch schwer. Dagegen hilft nur: Üben, üben, üben!

 

 

9. Behalte gut gelungene Elemente als Vorlage

Sandra Dirks - Gelungene Vorlagen am Flipchart behalten

Es gibt Elemente, die gelingen einfach. Damit meine ich nicht komplette Charts, sondern einzelnen Elemente, meistens Bilder. Manchmal entsteht sogar so etwas ganz spontan, ganz mutig aus einer Laune heraus, und dazu braucht es noch nicht mal herausragende Leistungen im Zeichnen. Da stimmt plötzlich alles, und du bist ganz verzückt darüber, was dir da auf dem Flipchart gerade geglückt ist.

Ich habe ein paar Beispiele, die ich hüte wie einen Schatz. Sie sind mir seitdem nie wieder so geglückt. Manchmal schlechter, manchmal besser, aber die Idee behalte ich ganz fest.

Das ist eins dieser Beispiele:

Sandra Dirks - Titelbild Callback als Beispiel für eine Vorlage

und dies:

Sandra Dirks - Flipchart Friday Der Motorroller sagt tschüß

Oder auch dieses hier. Na, das war echt ein Zufall:

Sandra Dirks - Flipchart Pretty Woman

Das liebe ich sehr. Das ist mir spontan vor der Gruppe gelungen. Ohne groß nachzudenken. Die haben vielleicht gestaunt. Ich aber auch. 🙂 Da biste natürlich dann stolz wie Dings. Klar, dass ich das ausgeschnitten habe, und es wie einen Schatz in einem Ordner hüte.

Wenn du ganz sicher gehen willst, dann kannst du dir dein schönes Element auch auf ein Foamboard zeichnen, um es immer wieder in gleicher Qualität zu zeigen. Ein Foamboard ist robuster, und kann immer wieder verwendet werden. Dabei hat es den schönen Effekt etwas herauszustechen.

Psst! Wie du mit dem Foamboard arbeitest, das kannst du übrigens hier lernen: *KLICK*

 

10. Nutze Textcontainer für mehr Tiefe auf dem Flipchart

Sandra Dirks - Textcontainer auf Flipcharts

Lass den Text nicht einfach alleine stehen. Schütze ihn mit einem Kasten drumherum. Das gibt dem Text gleich noch mehr Gewicht. Wenn du mehrere Textcontainer kombinierst, dann erzeugst du gleich noch mehr Tiefe auf deinem Flipchart. Besonders aus der Ferne hat das eine tolle Wirkung.

Sieh‘ mal, hier ein schnell erstelltes Beispiel aus einem Visualisierungstraining:

Sandra Dirks - Beispiel-Flipchart mit verschiedenen Textcontainern

 

Aber: Achte trotzdem darauf, dich kurz zu fassen.

 


Zehn mehr oder weniger ausführliche Tipps, die dir bei deinen Flipcharts hilfreich sind. Klar, dass du als Profi andere Ansprüche stellst, als ein Beginner. Hier geht es nicht um das Verblüffen, den Applaus, oder richtig geile Flipcharts. Aber ich bin sicher, dass deine Teilnehmer es sehr wohl wahrnehmen, wenn du die eine oder andere kleine Schraube in der Gestaltung drehst.
Ich wünsche dir viel Spaß beim Umsetzen der Ideen.

Signet_Deine

P.S. Du bist auf den Geschmack gekommen?
Dann erfährst du hier mehr über mein offenes Flipcharttraining in Braunschweig „Stiftvisite – Endlich Applaus für deine Flipcharts“
oder du erfährst hier mehr über mein Onlinetraining „Tipps & Tricks für deine Flipcharts – Dein Onlinevideokurs“.
Ich freue mich, dich dort zu treffen.

Sandra Dirks - 10 Regeln für das Flipchart - Pinterest Foto

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