Sandra Dirks - Titelbild des Beitrages mit dekorativer Papiertüte und dekorativem Schriftzug: Goodie Bag

Onboarding: So holst du alle ins Tun

Im Online-Meeting-Raum anzukommen und sofort mit dem Thema einzusteigen, ist keine Option, wenn dir wirklich wichtig ist, dass deine Teilnehmenden etwas aus deinem Workshop mitnehmen. Lies weiter und erfahre, wie du deine Teilnehmenden motiviert mitnimmst.

Agenda, Ankommen, Action

Wer mich länger kennt, der weiß: Als begeisterte Seglerin vergleiche ich das Live-Online-Lernen gerne mit einer Segelreise. Das ist keine zufällig gewählte Metapher. Aus eigener Erfahrung weiß ich: An Bord hat ein steifer Schrankkoffer, der immer irgendwo im Weg ist, nichts verloren – stattdessen braucht es einen flexiblen Seesack. Auf einer Segelreise ist klar, welche Ausrüstung bei welchem Wetter wichtig ist, um sich jederzeit sicher und wohl an Bord zu fühlen.

Gezeichnete Goodie-Bags mit Geschenk, Beutel mit Anker und gemustertem Säckchen

Erfahrene Seeleute sagen oft: Die See verzeiht keine Fehler. Dasselbe gilt für Live-Online-Workshops: Eine mangelhafte Vorbereitung rächt sich sofort. Technische Probleme, unklare Abläufe oder schlecht vorbereitete Teilnehmende können die gesamte „Reise“ in Schwierigkeiten bringen. Nicht nur schlecht vorbereitete Teilnehmende sind das Problem, auch eine schlecht oder lieblos vorbereitete Moderation rächt sich. Der Erfolg steht und fällt mit der richtigen Vorbereitung – sowohl deiner eigenen als auch der deiner Teilnehmenden. Genau wie bei der Seefahrt gilt: Je besser die Crew vorbereitet ist, desto mehr Freude macht die gemeinsame Reise.

Kurs setzen: Ziele glasklar machen (vor der Anmeldung)

Damit alle wissen, dass sie auf dem richtigen Boot sind, klärst du vorab:

  • Für wen ist der Workshop? Zielgruppe und Vorkenntnisse (mit Auftraggebenden abstimmen).
  • Welche Skills nehmen sie mit? Realistisch planen – weder am schwächsten noch am stärksten Teilnehmenden ausrichten.
  • Was ändert sich nach dem Workshop? Konkrete Verhaltens- oder Anwendungsänderung benennen.
  • Wie landet das im Alltag? Mini-Transferaufgabe einplanen (siehe Vorabkommunikation).

Faustregel zur Dauer: Plane maximal etwa 120 Minuten pro Session. Was darüber hinausgeht, wird zur zweiten Etappe. Weniger Ziele, mehr Wiederholung und Anwendung. Du bist nicht die Hauptperson – die Umsetzung ist es.

Miteinander arbeiten: Erwartungen und Spielregeln

Agenda vorab?
Schick einen groben Zeitrahmen mit Stichpunkten. Menschen mit Planungsdrang danken es dir – und du nimmst ihnen den Agenda-im-Feedback-Joker aus der Hand. Intern darfst du spontan bleiben (Duschgedanken inklusive).

Interaktion, die du ankündigen kannst:
Chat, Zeichenwerkzeuge, Link-Sharing (gemeinsam an Dokumenten arbeiten), Screensharing, Whiteboard, Fernsteuerung, Video teilen, Musik teilen, Mikrofon, Kamera, Handzeichen, Umfragen, Breakout-Räume – und der coole Eddi von edudip. Link zu Eddi hier einfügen.

Kamera und Mikro?
Ja. Punkt. 🙂
Unterscheide klar: Videokurs = asynchron. Live-Workshop = synchron = sehen und sprechen. Sag in der Vorabinfo ausdrücklich, dass Kamera und Mikro benötigt werden – und dass du Personen ohne beides gegebenenfalls entfernst, wenn Interaktionsphasen vorgesehen sind. Fair ist nur, was du auch wirklich einlöst: Wenn du nicht einbeziehst, verlierst du die Bereitschaft zur Kamera. Schwarzbild kommt selten von faulen Teilnehmenden, sondern oft von magerer Moderation.

Die Vorabkommunikation: Pre-Teaching, das zieht

Timing: Versand T–14 bis T–7 Tage vor dem Termin.
Ziel: Thema anbahnen, Neugier wecken, Relevanz klären – ohne Zusatzhürden.

Biete eine Wahl aus 3–4 leichten Aufgaben (jeweils unter 10 Minuten):

  • Kurztext lesen
  • 2–3-Minuten-Video
  • Mini-Podcast
  • 5-Fragen-Quiz
  • Skizze „Bring dein Projekt mit“ (optional: 1 Screenshot/Foto + 3 Stichpunkte)

Wirkung bei den Teilnehmenden:
Sie sammeln Vorwissen, korrigieren falsche Annahmen, benennen Lernziele, lernen die Fachsprache kennen, werden neugierig – und können das Erarbeitete im Workshop teilen.

So bindest du die Vorabaufgaben ein:

  • Im Workshop: 5–10 Minuten Peer-Share in Breakouts oder Blitzrunde im Plenum.
  • Für Übungen: Druckvorlage/Bingo-Karte/Arbeitsblatt ankündigen (zum Beispiel Bingo-Spielkarte, Tabelle, Text, Papier und Stift).
  • Nach dem Workshop: 3-Fragen-Reflexion (Vorher/Nachher/Nächster Schritt).

Mini-Timeline:

  • T–14: Einladung mit Vorabaufgaben und Technikslot
  • T–10: Reminder „Bring dein Projekt mit“
  • T–3: Letzter Reminder plus Materialliste
  • T–0: Workshop
  • T+1: Follow-up mit Handout, Recording und Next Step

Technik entspannt checken: Check & Connect

Nenn es digitales Ankommen, Workshop-Warm-up, Technik-Probelauf, Check & Connect, Meet & Greet your Tools oder digitalen Soundcheck. Wichtig: einladend, nicht beschämend.

Ablauf in 30 Minuten:

  • 0–5 Min: Ankommen und Audio-/Video-Check (Handzeichen testen)
  • 5–10 Min: Zwei Funktionen, die du sicher nutzt (zum Beispiel Whiteboard und Breakout)
  • 10–20 Min: Mini-Übung (drei Punkte notieren, einen Screenshot teilen)
  • 20–30 Min: Q&A und „Was ich morgen mitbringe“ (Material, Datei, Beispiel)

Einladungstext zum Kopieren:
Betreff: Dein Digitales Ankommen – kurz und entspannt
Text:
Hey {Vorname},
damit du morgen ohne Technik-Gedöns starten kannst, gibt’s einen freiwilligen 30-Minuten-Slot: {Datum, Uhrzeit, Link}.
Wir testen Kamera, Mikro, zwei Workshop-Funktionen und klären Fragen.
Wenn du schon sicher bist: Super! Komm gern kurz rein, wir haben eine Mini-Übung vorbereitet.
Bis gleich, {Dein Name}

Formular-Snack: Mini-Onboarding in 3 Minuten

  • Was ist dein konkretes Ziel für diesen Workshop?
  • Welche Software oder Tools nutzt du im Alltag dafür?
  • Bringst du ein Beispiel oder Projekt mit? Kurz beschreiben.
  • Wie sicher fühlst du dich technisch? Skala 1–5.
  • Was wäre für dich ein sichtbarer Erfolg nach zwei Wochen?

Kamera- und Mikro-Ansage als Textbaustein

Hinweis: Dieser Workshop ist interaktiv. Bitte nimm mit Kamera und Mikro teil.
Wenn du beides aktuell nicht nutzen kannst, gib kurz Bescheid. Falls Interaktion ohne Kamera/Mikro nicht möglich ist, behalten wir uns vor, dich in einen Nachholtermin umzubuchen. Danke für dein Verständnis.

Goodie-Bag: analog, digital oder zero waste

Ziel: Vorfreude, Haptik, Fokus. Nicht der 17. Werbekuli.

Analog (Beispiele):

  • Visual: 2 Marker (Fein und Keil), A4-Block, 3 farbige Kärtchen
  • Wellness: Teebeutel, Hand-Maske, Mini-Balm
  • Bewegung: Mini-Massageball, Stretch-Band

Digital (leicht und wirksam):

  • Personalisierter Zoom-Hintergrund
  • Template-Kit (Canva, OneNote oder Notion)
  • Mini-eBook, Checklisten, Arbeitsblätter
  • Drei Video-Snacks à 2–3 Minuten
  • Link-Bundle mit Ressourcen oder Mindmap

Nachhaltigkeit:
Link zum Ministerium für Umwelt mit Checkliste zu Give-aways und Gastgeschenken

Goodie Bag Inhalt Online Workshop

Deine Online-Plattform anteasern

Sag den Leuten, was du nutzt – und dass du es nutzt: Breakouts, Whiteboard, Umfragen, Fernsteuerung, Screensharing und mehr.
Neugier-Satz für die Einladung:
Wir arbeiten mit Zoom/Teams/Edudip – inklusive Breakouts, Whiteboard und Co.

Ready-to-send: Einladungsmail

Betreff: {Workshoptitel} – deine Ankerinfos
Text:
Hey {Vorname},
am {Datum, Uhrzeit, Zeitzone} geht’s los. Hier ist dein Link: {Meeting-Link}.
Ablauf (grober Rahmen): Ankommen, Einblick, Üben in Breakouts, Transfer, Q&A
Bring mit: {Datei/Projekt}, Papier und Stift, zwei Ruhefenster in deinem Kalender.
Kamera und Mikro: Ja, bitte – wir arbeiten live und interaktiv.
Optional: Digitales Ankommen am {Datum/Uhrzeit}: {Technik-Link}.
Bis gleich an Bord,
{Dein Name}

Checkliste

  • Zielgruppe und Lernziele mit Auftraggebenden geklärt
  • Grobe Agenda versendet (Zeitfenster plus Interaktion)
  • Vorabaufgaben (1–2) mit Wahlmöglichkeit
  • Digitales Ankommen angeboten (30 Min)
  • Kamera/Mikro-Policy klar und fair formuliert
  • Goodie-Bag oder Template-Kit vorbereitet
  • Mini-Onboarding-Form live (5 Fragen)
  • Follow-up geplant: Handout, Recording, Next Step

Wie bei einer Segelreise gilt auch beim Live-Online-Workshop: Eine gute Vorbereitung ist der Schlüssel zum Erfolg. Mit diesen fünf Schritten schaffst du optimale Voraussetzungen für eine erfolgreiche digitale Reise – ohne dass sich jemand fühlt, wie ohne Sicherheitsweste ins Wasser geschubst.

Investiere Zeit in das Onboarding deiner Teilnehmenden. Es zahlt sich aus durch aktive Beteiligung, bessere Lernergebnisse und eine positive Workshop-Atmosphäre.

So, jetzt schreibe mir unbedingt in die Kommentare, was in deine Goodie-Bag kommt, oder was dein besonderes Onboarding ausmacht.

Deine Sandra Dirks

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