Sandra Dirks - Parodien im Seminar mit Max Giermann

Eindrücke vom ShortCuts Themenabend: Parodien im Seminar am 11.06.2009

Max Giermann parodiert im Fernsehen die Großen und Bekannten. An diesem Abend bringt er uns bei, wie er das eigentlich macht. Spoiler: Talent reicht ihm nicht.

„Ich sage gleich, dass ich nicht der geborene Parodist bin. Ich erarbeite mir jede Parodie ganz handwerklich“, sagt Max Giermann zu Beginn des Abends.

Sandra Dirks - PArodien im Seminar mit Max Giermann

Einige Teilnehmende schauen ungläubig. Nein, so einfach kaufen sie ihm das nicht ab: „Was ist mit Talent? Wird man nicht mit Talent zum Parodieren geboren? Das ist doch wohl das Wichtigste!“ Lese ich in den Blicken der aufmerksamen Gesichter. Vor Beginn des Programms habe ich einige Teilnehmende darüber sprechen hören: „Ich habe kein Talent dazu. Ich bin gespannt, wie das gehen soll!“ Doch niemand widerspricht in diesem Moment, alle hören gespannt zu. So still geht es nur selten in meinen Seminaren zu.

Wie eine Parodie wirklich entsteht

„Eine Parodie ist eine meist übertreibende Nachahmung einer prominenten Person. Typische Eigenheiten behalten wir bei. Die Überzeichnung macht es lustig. Manchmal reicht aber auch schon die bloße Abbildung der Vorlage. Wenn ich mich auf eine Rolle vorbereite, gehe ich von außen an die Person dran, ganz handwerklich und möglichst sachlich. Ich beobachte Mimik, Gestik, Stimme. Obwohl eine persönliche Haltung zur Person hilfreich ist, egal ob positiv oder negativ, muss ich subjektive Einflüsse zunächst möglichst ausklammern. Zu viel Subjektivität ist gefährlich und kann das Bild der Person und deren Darstellung verzerren. Heute Abend wollen wir uns in kurzen praktischen Einheiten der Parodie annähern. Nach einer kurzen Einführung dürft ihr euch selbst in drei Kleingruppen daran versuchen. Ziel ist es, eine grundsätzliche Technik, mit der ich mir die Parodien erarbeite, kennenzulernen und auszuprobieren“, erklärt Max den immer noch gespannt lauschenden Teilnehmenden. Den Part der Moderatorin habe ich an diesem Abend. Ich lese die Gruppeneinteilung vor.

Sandra Dirks - PArodien im Seminar mit Max Giermann

Drei Gruppen, drei Promis: Heidenreich, Burkhard und Lagerfeld

Zur Auswahl stehen Elke Heidenreich, Katja Burkhard und Karl Lagerfeld. Die Einteilung haben wir schon mal vor Beginn des Abends überlegt, um Zeit zu sparen. Das löst Heiterkeit aus, Ausrufe von „Wer ist das denn?“ über „Öh, die!“ bis zu „Cool!“ bringen schlagartig 100 Prozent Aktivität in den Raum. Als Max noch eine Flasche Champagner für die Parodie auslobt, die ihm am Ende des Abends „drehfertig“ gefällt, ist die Katja-Burkhard-Gruppe nur noch schwer zu stoppen. Die Gruppe besetzt den Flur vor dem Seminarraum. Kurze Zeit später treffen wir sechs Katjas synchron vor dem Spiegel im Flur an.

Sandra Dirks - PArodien im Seminar mit Max Giermann

Das ist noch nicht alles. In der einen Ecke des Seminarraums „performen“ sechs Elke Heidenreichs Gesten, wie ich sie auch vom Original aus dem Fernsehen kenne.

Sandra Dirks - Parodien im Seminar mit Max Giermann

In der anderen Ecke wird über die Gesten und den Kleidungsstil von Herrn Lagerfeld diskutiert. Auch hier gibt es erste eindeutige Karls. Wir Trainer:innen sind begeistert und erleichtert, wie schnell Erfolge sichtbar werden.

Das Konzept, Parodien in so kurzer Zeit zu vermitteln, ist auch für uns ganz neu.

Sandra Dirks - Parodien im Seminar mit Max Giermann

Bei der Vorstellung der Zwischenergebnisse aus den Gruppen erleben wir, wie die Teilnehmenden immer mehr Spielfreude zeigen und mutiger werden. Die Aufgabe war ursprünglich nur, die Beobachtung nachzuahmen. Unsere Teilnehmenden gehen aber noch einen Schritt weiter. An den „richtigen“ Stellen bauen sie bereits Übertreibungen ein. Eine Aufgabe für Fortgeschrittene.

Das Ergebnis: Sechs Promi-Parodien zum Schluss

Als Ergebnis der Gruppenarbeiten sehen wir zwei Karls, zwei Katjas und zwei Elkes, die jeweils unterschiedlich sind, aber doch eindeutig das Original erkennen lassen. Drehfertig war noch keine der Parodien. Frage am Rande: „Äh, Max, was hast du mit der Flasche Champagner gemacht, die auf der Hotelrechnung steht?? Wo, äh… wer, äh?!“

Eine kurze Feedbackrunde zeigt, dass die Teilnehmenden einige Ideen haben, wie sie Parodien im Seminar- oder Coachingalltag nutzen können. Das ist für mich noch mal sehr wichtig, weil es mir zeigt, dass das der richtige Ansatz ist.

Am Ende stellt Max noch ein Beispiel aus seiner aktuellen Arbeit vor und wird nicht unter drei Live-Mini-Parodien aus dem Raum entlassen.

Wenn ich mir die Rückmeldungen der Teilnehmenden anschaue, dann war’s ein rundum gelungener Abend. Vielen Dank an alle!

Deine Sandra Dirks

Deine Sandra Dirks

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2 Kommentare

  1. Hallo Ursula,

    Dankeschön! Vielen Dank auch für Deinen Kommentar. Es ist der 1. Kommentar überhaupt in unserem neuen Blog.
    Jeden Abend prüfe ich, ob die Kommentarfunktion auch offen funktioniert, weil noch niemand sonst Kommentare geschrieben hat. Es erinnert mich ein bisschen an früher: Ich sitze neben dem Telefon und warte bis ER anruft, der Traum meiner schlaflosen Nächte. Dabei prüfe ich ständig, ob das Telefon auch funktioniert. 😉

    Sonnige Grüße
    Sandra

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