Subscribe to our Mailing List

Get the news right in your inbox!

Datenschutzerklärung

Von Anton bis Zenton – So findest du Namen für deine Lerngeschichten

in Trainingstipps - 5 min read

Von Anton bis Zenton – So findest du Namen für deine Lerngeschichten

in Trainingstipps - 5 min read
Namen erfinden 2

Neulich in der Prüfungsvorbereitung…

Es ist Eggspert-Zeit, ich hole einen großen Stapel unterschiedlicher Prüfungsfragen hervor. Die Teilnehmerinnen bilden kleine Teams, und der Wettkampf beginnt. Es geht um Punkte, es geht um Wissen, hier und da werden noch Notizen gemacht, manchmal wird sogar gelacht.

Namen erfinden

Auf jeder Karte sind drei Fragen, und ich scanne vor dem Vorlesen immer, ob sich die Frage zum Vorlesen, und damit zum mündlichen Beantworten eignet.
Dann passiert es, ich greife die Karte 60. In diesem Fall ist die mittlere Frage auch vom Thema her passend.
Ich lese noch mal genauer in die Frage hinein, und denke ganz unerwachsen „Ach, du Scheiße! Wer denkt sich das denn aus?“. Dabei meine ich nicht den fachlichen Inhalt, sondern die Namen, die hier beispielhaft in der Frage aufgeführt sind.

„Dddas kkkann ich nicht vorlesen.“, sage ich, und fange schon an zu glucksen. Klar, dass 10 Mädels laut in den Raum brüllen: „Doch, lesen! Bitte!“

Im Grunde ist es gar nicht lustig, aber ich muss einfach lachen, weil ich mir in dem Moment versuche vorzustellen, wie der/die Autor/in dieser Karten da sitzt, und diese Namen eingibt. War es Verzweiflung? Sollte die Zielgruppe – Auszubildende, die sich auf die Abschlussprüfung im Einzelhandel vorbereiten – das lustig finden?
Humor ist ein schweres Geschäft.

Namen erfinden 3

Ich versuche also tapfer die Frage vorzulesen, und wer jemals versucht hat, etwas vorzulesen, während er sich vor lachen ausschüttet, der weiß, was in so einem Moment passiert. Die Stimme schnellt in die Höhe, und jedes Wort versinkt in einem Kchchch. Mir laufen außerdem die Tränen. Ich versinke in einem Lachflash, und alle lachen mit, weil ich lachen muss. Ein Teufelskreis.

Nun gut, es gibt Schlimmeres. Was mich so aus der Fassung gebracht, das willst du jetzt wissen?

Ich zitiere aus der Frage:

„Während der Inventur stellen wir die Hilfskräfte Anton, Benton, Centon, Denton und Enton ein. Dabei arbeiten Anton 12h, Benton 25h….“

WTF? Klar, es geht um die Namen.

Was aber tun, wenn man Namen für die eigene Geschichte, oder ein eigenes Beispiel braucht?

  1. Besser normal?

Zunächst mal muss dir klar sein, dass Namen auch etwas in den Zuhörern auslösen.
Elke, Sabine, Christine, Sandra, Katharina, Jessica, Paul, Martin, Michael, Sven. Da kennt ja jeder irgendwen, den er gleich vor Augen hat. Da taucht die Tante Herta auf, die alle unsympathisch finden. Bei mir ist das in so einem Fall Silke. Sorry, an alle netten Silkes.

Die Namen, die ich oben genannt habe, sind weit verbreitet. Sie werden deshalb gerne als normal eingestuft. Das hat den Vorteil, dass die Namen das leisten, was sie sollen. Sie sollen eine Unterscheidung der Personen ermöglichen.
Diese Namen sind trotz unsympathischer Tanten oder sonstiger Zeitgenossen eher neutral, und wir nehmen sie kaum wahr. Das ist für den Zweck der Lerngeschichte, oder der Beispielaufgabe völlig o.k.

Bei Romanautoren ist das anders, denn im Laufe des Buches lernen wir die Figur mit allen ihren Hochs und Tiefs besser kennen. Wir lernen was sie antreibt oder bremst. Wir kennen ihre Lebensgeschichte. Wir lieben oder hassen sie. Hier geht es nicht um einen fachlichen Inhalt. Die Figur ist das Thema.

Im Fall einer Lerngeschichte, oder einer Beispielaufgabe geht es um das Thema, nicht um die Figur. Im Rahmen unserer kleinen Lerngeschichte, muss die Figur in wenigen Sätzen umrissen werden. Es sei denn, wir haben es hier mit der klassischen Heldenreise zu tun, dann müssen wir unserer Figur mehr Geschichte geben, aber das ist dann auch analog einer Romanfigur zu betrachten.

In Beispielaufgaben dient der Name nur dazu, den Fall zu stützen, und eine Unterscheidung herzustellen. Im Fall oben arbeitet Anton eben 12h, während Benton 25h für uns arbeitet. Ja, es soll das oft genutzte Herr A., Herr B. ablösen. Mehr nicht.

Tipp:
Weißt du aus welchen Jahrgängen deine Teilnehmer sind? Dann schau doch mal hier vorbei, bei den Namens-Hitlisten von 1890 bis heute: http://www.beliebte-vornamen.de/jahrgang Hier findest du die beliebtesten Vornamen.

Ein Telefonbuch kann dir auch helfen, einen Namen zu finden. Ich habe mir nur zu diesem Zweck mal ein Telefonbuch besorgt. Der Vorteil ist, dass du dir hier auch gleich noch einen Nachnamen auswählen kannst, wenn es die Figur, oder die Situation erfordert. Natürlich solltest du auch darauf achten, nicht die ausgefallensten oder schwierigsten Namen auszuwählen.

Vielleicht erinnerst du dich noch? Bevor ich Herrn Dirks geheiratet habe, hieß ich Mundrziewski. Das ist jetzt nicht gerade ein leichtgängiger Beispielname.

 

2. Und was ist mit lustig oder provozierend?

Lustig zu sein ist verdammt schwierig. Setzt du bewusst „lustige“ Namen für diese Geschichte ein, dann führst du deine Teilnehmer einen Moment vom Thema weg. Das kann den Vorteil haben, dass ein sehr schweres oder sperriges Thema ein wenig mehr Leichtigkeit erhält.
Aber: Was ist ein lustiger Name?

Da fängt das Problem an. Etwas, das du lustig findest, das kann bei deinen Teilnehmern so ganz anders ankommen. Wenn du die Namen auf eine besondere Art und Weise schreibst, die Schakkeline, die Schantall oder der Schesen, dann könnte das lustig sein. Diese Namen sind vielleicht in deiner Familie, oder deinem Freundeskreis verpönt oder einen Scherz wert. Aber der Jason in deiner Gruppe, der zu Hause nur Scheeesen gerufen wird, findet das nicht lustig, oder er versteht es nicht.

Ich habe mal in einem Video gesagt: „Wenn z.B die Scarlett und Jacqueline da hinten in der letzten Reihe quatschen, dann …“. Daraufhin hat sich jemand in einem anonymen Kommentar darüber beschwert, dass ich mich als Trainerin so äußere, und diese Namen auch noch in den Schmutz ziehe, blablabla. Ich war etwas irritiert, hatte ich doch nur die Wahrheit gesprochen, denn in dieser Gruppe waren tatsächlich zwei Scarletts, zwei Jacquelines, einmal Chantal, einmal Sarafina <- ja, so geschrieben und Bernadette. Was willste da machen? War eine nette Gruppe. Aber die können ja nichts für ihre Namen. So schlecht sind die ja nicht, aber sie sind anders, und werden daher gerne auch mal in den Medien, oder von dem einen oder anderen Comedian durch den Kakao gezogen.

In Bezug auf Namen lustig zu sein, das kann sehr verletzen. Also Vorsicht!

Irre, dass man sich zu diesem Thema so verlieren kann. Da kannst du mit so einer Sache ziemlich an deine Grenzen geraten. Weniger ist hier also manchmal mehr.

Am leichtesten ist es jedoch, wenn du deine Figuren einfach nur visualisierst, und deine Teilnehmer nach Namen suchen lässt. Je nach Gruppe sind diese nicht zimperlich in ihrer Namenswahl. Meistens wird das dann ziemlich lustig. „Der sieht aus wie ein Horst! Die sieht aus wie eine Silke.“

Es wird ein wenig diskutiert und gelacht, aber danach sind Horst und Silke ganz selbstverständlich Teil des Teams.

 

Wenn nicht, dann hast du ja immer noch Anton & Benton. Für die Damen hörte ich von einer Kombo: Aerta, Berta, Certa, Derta, Erta, Ferta, Gerta, Herta …

Wie geht es dir, wenn du für eine Geschichte, oder Beispielaufgaben nach Namen suchst?

Deine Serta

Signet_Deine

P.S. Die Karten mit den Fragen sind übrigens Teil eines Prüfungswürfelspiels aus dem Merkur-Verlag, das es auf dem Markt nicht mehr gibt.

 

 

Sandra Dirks

Hallo, ich bin Sandra! Ich blogge über Flipcharts, Facilitation & Zubehör, um dir Ideen zu liefern, für Seminare, Coaching & Alltag. Folge mir auf Instagram, Pinterest, und YouTube für mehr Inspiration!

All posts
  • Markus 10. Mai 2016 at 19:42

    Hallo Sandra,
    hier ist irgendwas mit den Bildern schief gegangen…
    Ich versuche, immer möglichst kurze und einfache Namen für meine Figuren zu nehmen, die in der Gruppe auf jeden Fall nicht vorkommen.

    • Sandra Dirks 10. Mai 2016 at 20:39

      Hallo Markus,

      ja, das mit den Namen sehe ich auch so. Frage mich, wie man auf Anton, Benton… kommt. 🙂
      Welche Bilder? Hier im Blogbeitrag?
      Herzliche Grüße
      Sandra

    Das bin ich

    Das bin ich

    Sandra Dirks

    Ich blogge über Flipcharts, Facilitation & Zubehör, um dir Ideen zu liefern, für Seminare, Coaching & Alltag. Folge mir auf Instagram, Pinterest, und YouTube für mehr Inspiration! Erfahre hier mehr...

    Sandra

    Folge mir hier

    Folge mir auf YouTube!

    Abonniere hier meine News und Tipps

    Im Newsletter sende ich dir ca. 2 mal pro Monat aktuelle Blogartikel und Kursinfo per Email.

    Datenschutzerklärung

    Kategorien

    Aktuelle Beiträge

    Instagram

    • Die Praxis für die da arbeitest macht Urlaub? Wie wäre es mit einem farbenfrohen Hinweisschild? 
Bild statt Video am #Flipchartfriday 
Kamera ausgefallen! Defekt? 🤷‍♀️🤦‍♀️ Aber das Flipchart war dann auch schon fertig. 
#Menno #Flipchartoftheday #markerliebe #neulandmarkers
    • Methodenidee: Gib mir einen Buchstaben ⠀
Diese Methode habe ich zufällig entdeckt, weil Heather @corpgraffitiart mich besucht hat und wir ein fröhliches kleines Lettering-Video drehen wollten. ⠀
⠀
Dabei ist uns diese kleine Übung aus dem Ruder gelaufen. Nach ein paar Tagen habe ich dazu noch weitere Ideen gehabt. Damit du die Ideen nachvollziehen kannst, habe ich das Video gemacht und dir hier noch ein paar Ideen zusammengestellt. ⠀
⠀
Diese Übung ist entweder zum Aufwärmen zu Beginn eines Flipchart- oder Letteringtrainings. Ich könnte es mir auch als Suppenloch für die Zeit nach der Mittagspause vorstellen. ⠀
⠀
Schau doch einfach mal im aktuellen Blogbeitrag vorbei. Link in Bio. ⠀
⠀
#Methodentipp #Lettering #Letteringworkshop #Trainingstipp #TraintheTrainer #Seminarmethode #Letteringaddict #markerliebe #Flipchart #TopChart⠀
⠀
⠀
⠀
    • Buchtipp - Lettering Journey - von Heather Leavitt Martinez⠀
Akuter Lettering-Lust-Befall! ...und es ist so einfach: Marker raus, Papier raus und los! ⠀
Heute im Blog: Meine Rezension zum Buch. ⠀
Enthält alle wichtigen Links für Material und Dings.⠀
⠀
Hast du auch einen Lieblingsletteringstyle in diesem Buch? ⠀
⠀
Review: You did a great job, @corpgraffitiart ❤
⠀
#letslettertogether #markerliebe #markeraddict #lettering #letteringaddict #neulandmarkers⠀
    • Kleiner #Methodenmontag! Didummdiditatara! <- Tusch!

Das Flipchart sollte gleich am Eingang sichtbar hängen. Sonst nochmal die Teilnehmer charmant darauf hinweisen, es zu lesen und gleich aktiv zu werden.
Es geht um die Verbindung mit anderen Teilnehmern. 
So kannst du gleich thematisch Kontakt aufnehmen. Funktioniert gut. Es ist auch gut, um Teilnehmer, die sich vor Veranstaltungsbeginn etwas unsicher um andere herumdrücken, schon mal ins Gespräch zu bringen. Es geht nicht um Smalltalk -nur für den Fall, dass du das nicht magst, sondern um einen thematischen Einstieg. 
Abhängig von deiner Veranstaltung ist es aber, ob die Teilnehmer das in der großen Runde wiederholen sollen. Ich finde nein. Aber das musst du aber selbst wissen, z.B. wenn du auf diese Weise gleich Erwartungen abfragen möchtest. 
Ich habe schon erlebt, dass die Übung sich verselbständigt hat und die Teilnehmer nicht nur in Kontakt mit Sitznachbarn, sondern auch mit den anderen Teilnehmern kommen. Das hängt aber von der Zeit ab, die die Teilnehmer zur Verfügung haben. 
Hast du eine Idee, wie und wann du diese Methode einsetzen könntest? Ich bin gespannt.

Lettering inspired by @corpgraffitiart #letslettertogether 
#methodentipp #flipchart #Flipchartoftheday #markerliebe #markeraddict
    • Es ist in diesem Account ein bisschen off-topic, denn genäht wird ja nur bei @sandiskolumne 
Aaaaber es geht hier um die neuen Orbits, die "kreisrunden Lineale" von @neulandcom , nach einer Idee von @corpgraffitiart . Da findet heute auch mal hier Genähtes statt. 
Wirklich coole Teile, diese Orbits, nicht nur für Visualisierer. Jeder Haushalt braucht sie, wenn du mich fragst. 😁
Ich habe sie gestern benutzt, um den Kragen meiner Sommertunika ordentlich einzuzeichnen. Ist sehr gut geworden. 👍🏻 Bestimmt ist das #Werbung. Na und? 😊

@einfachkarl_original Das wäre auch ein Set wert. 😉

#sewing #orbits #whynot #nähzubehör
    • Gerade wieder auf dem Schreibtisch gefunden: Die wunderbaren Tiere aus der Session mit @flairflixt beim wunderbaren Sketchnote-Barcamp in Hannover letzte Woche. #snbh19 @sketchnote_barcamp.de ❤❤❤ Mein Favorit ist der furchtbar grimmig schauende wütende Tiger. 
#sketchnotes #markerliebe #drawing #tierezeichnen

    Folge @sandradirks_de

    Twitter Feed

    ×