September 9

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Das große Online-Workshop-ABC – Teil 1 Von A bis M

Dein Nachschlagewerk für die wichtigsten Begriffe zum Thema von A bis Z. Das klingt pompös und protzig. Aber dieser Beitrag liefert dir Impulse für deine Online-Workshops oder auch Live-Sessions.

Dinge, über die du noch nie nachgedacht hast oder die dir bisher vielleicht nicht so wichtig waren. Dinge, von denen du noch nie gehört hast. Oder ganz im Gegenteil Dinge, ohne die du auf gar keinen Fall in einen Online-Workshop startest.

Übrigens: Wenn du 10 Online-Workshop-Urgesteine fragst, dann bekommst du mindestens 12 verschiedene Antworten. In diesem ABC findest du die gesammelten Werke von #DigitalDameDirks formerly known as Sandra Dirks. Was? Wer? Mehr dazu findest du unter „D“.

Los geht die wilde Fahrt!

A wie Audio

Sandra Dirks - Verwende ein gutes Mikrofon

Früher dachte ich, man könnte das einfach mal so ignorieren und alle die, die da empfindlich sind, die sollen sich nicht so anstellen. Heute denke ich, dass man zumindest in ein ordentliches Headset oder besser ein Mikrofon investieren sollte. Ich selbst höre zwar den Unterschied nicht, und das wird nie meine Präferenz werden, aber ich nutze einfach gute Technik. Meine Empfehlung ist hier nach wie vor das Blue Snowball Mikro. Hier findest du den Blogbeitrag dazu.

Da es ein paar kleine Alterserscheinungen zeigt, habe ich mir kürzlich das Elgato Wave:3* gekauft. Gute Kritiken aus der Gamer-Szene. Ich kann da irre viel einstellen und den kompletten Sound verwalten. Cooool! Wenn ich nur wüsste wie es geht. Also suche ich immer noch nach einem Tutorial, das mir erklärt, was ich da genau einstellen muss, um das wirklich perfekt auszunutzen und noch besseren Sound zu liefern. Das ist aber gar nicht so einfach, weil alle Tutorials und Reviews davon ausgehen, dass man zumindest ein Minimum an Soundverständnis mitbringt.

Das ist ein etwa so, als würde ich Photoshop und einen Fotoapparat kaufen und mich dann fragen: Was kann man damit machen? Und: Was ist eigentlich ein Foto?
Also falls du hier einen Videotipp hast, mit einem Tutorial, das nicht belehrend blasiert ist, dann einfach her damit. Ich danke dir. Vielleicht wird dann mein Audio irgendwann perfekt oder ich entdecke gar die Lust am Auditiven? Bis dahin bemühe ich mich, damit du dich in meinen Workshops wohlfühlst.

Warum kein Headset?

Du kannst ein Headset verwenden. Für viele ist das selbstverständlich und gar keine Frage, dass sie im Online-Workshop etwas anderes als ein Headset verwenden. Ich habe auch lange Jahre immer ein Headset genutzt. Die Auswahl ist riesig und die Qualität ist mittlerweile auch meistens gut. Mich stört dennoch immer ein leichter Piloten-Sound. HA! Offensichtlich entwickle ich doch Audioverständnis.

Aaaber: Es kann eben – gerade auch im Sommer – sehr heiß auf den Ohren werden und wenn du das nicht gewohnt bist, dann könntest du es als zusätzlichen Störfaktor empfinden, der dich wenig positiv bei deiner Arbeit unterstützt. Das wäre sehr schade. Deshalb überlege, ob du dich freier fühlst mit einem guten Mikro auf dem Schreibtisch oder an der Bluse, oder ob du ein Headset tragen möchtest. Die Plattformen wie Edudip, MS-Teams, Zoom und Skype ermöglichen mittlerweile auch den Einsatz eines Mikrofons ohne Headset, ganz ohne Rückkopplung. Für den Fall, dass du dich im Raum bewegen möchtest, wäre ein Wireless Headset eine gute Alternative.

Ganz nebenbei: Wenn du während deines Online-Workshops Flipcharts zeigen möchtest, dann brauchst du auf jeden Fall ein Mikrofon, das mit dir mitgeht, sonst hören deine Teilnehmenden nämlich nichts. Notiere dir das unbedingt in deinem Ablaufplan.

B wie Begeisterung

Begeisterung für Online-Workshops musst du selbst mitbringen. Das ist manchmal nicht so einfach. Schau doch mal ganz tief in dich hinein.

Gibt es da nicht etwas, das dich zum Thema begeistert? Was ist für dich persönlich der absolute Vorteil in Bezug auf Online-Workshops? Gibt es da etwas?

Wenn man mir die Frage stellte, ich würde lossprudeln, denn bei mir steckt die Begeisterung dafür in jeder einzelnen Pore. Es beginnt bei der Faszination mit Menschen zu lernen, die an ganz unterschiedlichen Orten auf dieser Welt sitzen. Wie wunderbar! Wie faszinierend! Das ist meine Grundmotivation.

Dann die Tatsache, dass ich mich nicht von zu Hause weg bewegen muss, um zu arbeiten. Das finde ich mindestens genauso wunderbar. Auch die Tatsache, dass ich die Teilnehmenden gar nicht oder viel weniger sehe, das ist für mich ein Geschenk.

Ja. Denn da bin ich nicht ständig mit dem Gedanken unterwegs: „Der/die lächelt mich nicht an! Ich bin nicht gut genug!“ – Das fällt online einfach weg. Wenn da jemand nicht lächelt, dann könnte es sein, dass das Headset zwickt, das Bild wackelt oder die Internetverbindung schwach ist – und das ist ja dann nicht mein Problem. 🙂

Nun, was könnte DICH am Online-Workshop begeistern?

C wie Chat

Der Chat ist überhaupt die allerwichtigste Kommunikationsader im Online-Workshop. Wenn nix mehr geht, der Chat geht immer. Ich sagte es glaube ich schon häufiger. Technische Probleme kannst du ganz schnell im Chat ansprechen. Die Teilnehmer geben dir ein Feedback, ob sie dich noch hören und sehen können, und umgekehrt.

Allerdings solltest du das Webinar vertagen, wenn du nur noch per Chat kommunizieren kannst, weil man dich nicht mehr hört, und dagegen auch nichts zu machen ist.

Ich verstehe immer gar nicht, dass es Trainer gibt, die den Chat sperren

Klar, das kann schon irritieren, wenn du in deinem Thema steckst, und die Teilnehmer im Chat reden. Aber für mich ist es einfach das Leben, und ja – Nähe.

Da sind Menschen, die sich in meinem Online-Workshop eingefunden haben, die quatschen gerade, was auch menschlich ist, aber das hast du im Seminar ja auch, dass da immer mal zwei quatschen, auch wenn das vielleicht gerade unhöflich ist. Das musst du dann ansprechen. Du solltest das zu Beginn des Workshops ansagen, dass du im Chat gerne nur thematische Fragen hättest, oder die Antworten im Rahmen einer Übung, die du anmoderiert hast.

Aber dann geht auch die menschliche Komponente verloren. Hast du schon mal darüber nachgedacht, mit einem Co-Host zu arbeiten, der dir den Chat moderiert?

D wie #DigitalDameDirks

Laut Beobachtung eine tiefenentspannte erfahrene Onlinetrainerin, die auf jede Frage eine Antwort und dabei immer ein Lächeln auf den Lippen hat.

So sieht es zumindest Heike Haas nach ausführlichen Beobachtungen eben dieser Dame auf dem diesjährigen Sketchnote-Barcamp in der Online-Variante.
Dort ist auch der Name und nebenstehendes Portrait entstanden.
Gut, ich nehme das mal an, möchte aber auch hinzufügen, dass diese Dame in mancher Hinsicht auch eine ziemlich schrullige Alte sein kann.
Eine, die zwischen neuestem heißen Technikscheiß und ihren eigenen manchmal traditionellen Sichtweisen zum Thema jeden Tag aufs neue ihren Weg verfolgt, die Teilnehmenden mit aktivierenden und unterhaltenden Elementen – DDD ist auch eine Rampensau! – zielgerichtet zu unterweisen.
#langerwahrerSatz #weißtebescheid #isso

E wie Edudip

Edudip ist meine Lieblingsplattform für Online-Workshops. Auch, wenn das gerade nicht so ausschaut, weil ich auch viele Dinge in Zoom erledige, so ist es doch die Plattform, die mir die meiste Erfahrung in den letzten 10 Jahren ermöglicht hat.

Als ich damals 2003 angefangen habe, nach einer Plattform zu suchen, die mir als Einzeltrainerin die Chance bietet, Online-Workshops oder Webinare, wie ich sie damals noch nannte – durchzuführen, da gab es nichts. Zumindest gab es nichts, was ich einfach mal so nebenbei für kleines Geld bezahlen konnte, um es auszuprobieren. Nichts.

2010 tauchte dann ein Herr Kämper in meinem Xing auf. Er wollte mir genau das verkaufen, was ich schon so lange suchte. Ich war begeisterte Kundin der ersten Stunde. Wie Torsten Kämper sagt: Ich war überhaupt die erste Kundin bei Edudip! 🙂

Sandra Dirks - 10 Jahre Edudip

Deshalb habe ich – by the way- auch das 1. Stück Kuchen zum 10jährigen Bestehen auf der Learntec 2020 bei Edudip bekommen. 🙂

In diesen Jahren ist viel passiert. Vieles hat funktioniert, einiges nicht.

Jetzt ist es wieder Zeit für einen großem Umbruch und Edudip ist im Hintergrund dabei, Großes zu enthüllen.

Es ist jetzt möglich, viel mehr Teilnehmende freizuschalten als vorher, es wird auch die Möglichkeit geben, Gruppenräume zu nutzen und damit auch mehr Interaktion zu bieten. Darauf freue ich mich sehr.

Mir gefällt bei Edudip die aufgeräumte Oberfläche und dass sich der Bildschirm nicht x-mal verändert, wenn ich zwischen verschiedenen Anwendungen hin- und her springe. Der Grundaufbau ist immer der gleiche und das gefällt mir sehr. Hier schlägt wohl mein traditionelles e-Learning-Herzl.

Vor einem Jahr habe ich dieses Video gemacht, während ich live den Raum erkundete. Schau mal, so sieht es dort aus:

Was? 40 Leuten gefällt das Video nicht? Gegen nur 14 Likes. Himmel! Keines meiner Videos hat mehr „Gefällt mir nicht“-Votes als „Gefällt-mir“-Votes. Ich sage doch, dass der Ton schlecht ist! Ich brauche einen Schnaps! Weiter mit Punkt F.

F wie Formate

Mit Formaten meine ich hier Live-Online-Veranstaltungen. Es geht hier um die Unterscheidung und die zeitliche Planung.

Für mich sind dies z.B. Formate wie Bootcamp, Impulstag oder Online-Workshop-Reihe. Die Entscheidung für eines dieser Formate hat Einfluss auf die Struktur, die Methoden und vielleicht auch auf die Plattform, auf der die Veranstaltung stattfindet. Es hat auch Einfluss darauf, ob ich die Veranstaltung allein, im Tandem oder im Team hoste.

Bevor du dich für ein Format entscheidest, legst du erstmal die Ziele für die Veranstaltung fest: Was soll am Ende dabei herauskommen? Wer kommt zur Veranstaltung? etc.
Ach, das weißt du ja selbst, was hier für Fragen passend sind.

Beispiele für Formate

  • Live-Sessions auf Facebook, YouTube, Instagram,
  • Webinare, Online-Vorträge,
  • Online-Workshop einzeln und kurz,
  • Online-Workshop-Reihe,
  • Online-Meeting,
  • Impulstag,
  • Bootcamp,
  • Barcamp,
  • Open Space, World Café,
  • ….

Die Regeln, die offline für einige der Formate gelten, die gelten auch online. Somit sind entweder Zeiten gesetzt oder Plattformen mehr oder weniger passend.

G wie Gruppenräume

Sandra Dirks - Tipps für die Arbeit mit Breakout Rooms

Gruppenräume oder Breakout Rooms sind keine Erfindung von Zoom, aber wenn man den Hype mitbekommt, dann kann man glatt das Gefühl bekommen, dass sie wichtiger sind, als jegliche Form der virtuellen Zusammenarbeit oder gar des gesamten Internets.

Ich gebe zu, dass ich diese Räume sehr schätze, nicht umsonst habe ich dazu einen Kurs in mein Programm aufgenommen.

Das Thema Gruppenräume kommt so gut an, weil es dir ermöglicht, die Teilnehmenden in Interaktion zu bringen, aber so richtig.

Wichtig dabei ist, dass du diesen Wechsel vom Plenum in die Gruppenräume gut anmoderierst und auch die Aufgaben und Fragestellungen, mit denen du die Teilnehmenden in Gruppenräume verteilst mindestens einen Sinn ergeben oder den Prozess voran bringen.

Es wäre schade, wenn sich hier wieder dieses Vorgehen durchsetzt: „Dann mache ich Gruppenarbeit, das kostet ordentlich Zeit, da kann ich schnell irgendeine Aufgabe stellen, dann sind die beschäftigt.“

Die Gruppenarbeit kommt manchmal im Präsenzseminar oft auf diese Weise zum Einsatz. Kein echter Mehrwert und deshalb auch nicht beliebt bei den Teilnehmenden. Verständlich, oder?

Im Online-Workshop habe ich bisher noch das Gefühl, dass die Einrichtung dieser „Breakout-Sessions“ immer noch mit Vorsicht genossen wird und daher zielgerichteter eingesetzt wird.

Bevor du dir Räume einrichtest überlege dir bitte ganz genau die folgenden Punkte:
  1. Was ist das Ziel für den Einsatz?
  2. Bringt das Bearbeiten der Aufgabe in Breakout-Sessions die Teilnehmenden inhaltlich oder prozessorientiert weiter?
  3. Gibt es zeitsparendere Alternativen, eine Interaktion zu ermöglichen, um das Lernziel zu erreichen?
  4. Wissen alle was jetzt zu tun ist? Sind Arbeitsanweisungen für alle sichtbar und zusätzlich nochmal im Chat notiert?
  5. Was passiert, wenn Teilnehmende aus dem Raum „rausfallen“? Wer kümmert sich darum?
  6. Wissen weniger online affine Teilnehmende, wie sie in die Räume kommen und auf welche Hinweise am Bildschirm sie achten müssen?
  7. Hast du Logistikzeiten eingeplant? –> Das Ankommen im Raum und die Zeit, die benötigt wird, um die Arbeitsaufgaben zu erledigen.
  8. Wie machst du die Zeiten für das Bearbeiten der Aufgabe sichtbar?
  9. Sollen Arbeitsergebnisse festgehalten werden? Wie und wo soll das sein?
  10. Wie viel Zeit benötigt die Auswertung? Ist das den Lernzielen und der Aufgabe angemessen berechnet?

Du siehst, dass es neben der Technik beim Einrichten der Gruppenräume oder Breakout Rooms viel mehr als die reine Technik zu verstehen und zu bedenken gibt.
Wie das ganz genau funktioniert, das lernst du in meinem Online-Workshop „Breakout Rooms und virtuelle Gruppenräume einrichten, anmoderieren und die Magie entfalten„.

H wie Humor

Auf gar keinen Fall, hörst du, auf gar keinen Fall sollst du hier Witze erzählen!

Es geht darum, an der einen oder anderen Stelle eine Anekdote einzubauen, die mit dir und dem Thema zu tun hat. Das gilt übrigens nicht nur für Online-Workshops. Das gilt für alle Veranstaltungen.

Es geht darum, auch mal über sich selbst lachen zu können. Gerade mit dem Blick auf unser aktuell sehr techniklastiges Leben mit dauerhaften Zoom-Sessions und Meetings, da geht oft die menschliche Komponente verloren, wenn man da nicht aufpasst.

Wenn ich einen Online-Workshop starte, dann plane ich erst alles, von der Zielgruppe über die Lernziele, bis hin zur methodischen und zeitlichen Planung. Dann kommt die Technik und die Überlegung, wie sie mir dienen kann. An dieser Stelle passieren viele komische Dinge, die wiederum sehr menschlich sind. Ein Technikfail entspannt betrachtet, kann ein wunderbarer Eisbrecher sein, der deinen Teilnehmenden die Hemmungen vor diesem ganzen Thema nimmt.

Wenn du während deiner Veranstaltung ein sehr offenes Ohr für die Reaktionen deiner Teilnehmenden hast, dann kommt es gerne mal zu einem Callback.

Ein Callback? Was ist das denn?

Vielleicht hast du das auch schon mal im Fernsehen oder live bei einer Show erlebt: Der Comedian oder der Kabarettist betritt die Bühne und nimmt sofort Kontakt zu den vor ihm sitzenden Zuschauern auf:

„Guten Abend, wie heißen Sie und woher kommen Sie?“, wird der Zuschauer in der Mitte der ersten Reihe gefragt. „Ich bin Thomas und ich komme aus Mannheim.“ – „Ist das da neben Ihnen Ihre Frau oder Ihre Freundin?“ – „Das ist meine Frau.“ usw.

Der Künstler wird im Laufe des Abends nicht mehr von Thomas ablassen. Thomas wird Teil der Show. Der Künstler wird immer wieder seinen Namen rufen oder er wird immer wieder Mannheim einbeziehen. Der Rest der Zuschauer atmet erleichtert auf. Zum Glück sitzen sie so weit hinten, dass sie in gar keinem Fall das Opfer sein können.

Dennoch fühlt sich das Publikum verbunden mit der Szene.

Thomas aus Mannheim und seine Frau sind genauso Zuschauer wie sie. Das, was da jetzt live auf der Bühne oder sogar auf dem Fernsehbildschirm passiert, das ist etwas, das alle hier verbindet. Genau so passiert das nur hier in dieser Show und sie sind alle dabei. Je öfter nun der arme Thomas, seine Frau oder Mannheim herhalten müssen, desto lustiger findet es das Publikum.
Bis zu dem Moment, in dem der Künstler nur noch Mannheim sagen muss, um das Publikum wirklich zum Ausrasten zu bringen. Dabei ist Mannheim grundsätzlich erst mal nicht witzig. Das ist das Erstaunliche am Callback. Für Außenstehende absolut nicht lustig.

Wenn du Außenstehenden später davon erzählst, dann wirst du sicher nur ein irritiertes und müdes Lächeln ernten: „Mannheim, nee is’ klar. Witzig.“

Versuche auf einer Party deinen Lieblingswitz mehrfach zu erzählen und deine Freunde werden ebenfalls nur müde lächeln. Nein, das ist nicht lustig. Es sei denn, du versaust jedes Mal die Pointe auf andere Art und Weise. Das wiederum wird sicher begeistert aufgenommen.

Der Callback speist sich aus dem grundsätzlichen Streben des Menschen nach Sicherheit und Geborgenheit.

Im Gegensatz dazu lebt ein guter Witz davon, dass der Zuhörer überrascht wird. Seine Erwartung wird enttäuscht. Bei einem Witz lachen wir darüber, dass unsere Erwartungshaltung durchbrochen bzw. ein Sinnzusammenhang enttäuscht und ein neuer hergestellt wird.

Unterm Weihnachtsbaum kommt eine enttäuschte Erwartung nicht so gut an. Wenn uns jemand einen Witz erzählt, dann sind wir im Gegensatz zur Bescherung darauf gefasst, dass man unsere Erwartung enttäuschen wird und lachen ausgelassener und lauter, je stärker unsere Erwartung enttäuscht wird.

Wir lachen besonders ausgelassen, wenn diese Enttäuschung oder Überraschung besonders abwegig ist.

Sandra Dirks - Der Callback, eine Humortechnik im Seminar

Was ist am Callback so lustig?

Der Callback schafft Verbindung. Der Callback ist sozialer Klebstoff pur. Die Gruppe hat etwas gemeinsam, über das nur sie ganz exklusiv lachen kann. Jeder in der Gruppe (oder im Publikum) fühlt sich in diesem Moment dazugehörig. Das fühlt sich klasse an. Sicher kennst du das Gefühl.

Dabei transportiert der Callback hier kein Wissen. Der Callback ist kein Merksatz, den du dir einbimsen sollst. Er dient dem Zusammenhalt, dient der Gruppe. Darauf kommt es in Veranstaltungen an. Ein gute Arbeitsfähigkeit, ein Wohlfühlen ist notwendig für gutes Lernen.

Ich habe das schon sehr oft in Gruppen erlebt. Noch bevor ich mich bewusst mit dem Thema ‚Humor‘ oder dem ‚Callback‘ im Besonderen beschäftigt habe, hatte ich Spaß mit dem Callback. Ich hätte es nur niemals benennen können. Ich nannte es einfach ‚Gruppenwort‘.

Der Callback geht nicht unbedingt vom Trainer aus. Es ist auch nicht möglich, einfach einen Callback zu bestimmen, oder den Callback aus einer anderen Gruppe einfach zu übertragen.

Viel schwieriger ist es aber, wirklich herauszufinden, was eine Seminargruppe lustig findet, oder was generell als lustig im Seminar betrachtet wird.

Für deine Vorbereitung solltest du den Fokus aber auch noch auf die folgenden Punkte richten:

  • Worüber lacht die Gruppe?
  • Worüber lacht die Gruppe nicht?
  • Warum lachst du über ganz andere Dinge, als deine Teilnehmenden?
  • Hast du Spaß daran, mit deinen Teilnehmenden Spaß zu haben?
  • Was fällt dir schwer? Was fällt dir leicht?
  • Hast du dasselbe Humorlevel, wie deine Teilnehmenden?

I wie Ideensammlung

Hier geht es gerade mal nicht darum, dass du auf kreative Art und Weise Ideen mit deinen Teilnehmenden sammelst. Hier geht es darum, dass du dir einen Ort schaffst, an dem du alle Informationen zum Thema Online-Workshop oder Online-Meeting ablegst. Das kann ein Ordner auf deinem Computer sein oder eine Trello- oder Pinterest-Liste.

Mir gefällt für diesen speziellen Fall Trello, weil ich hier auch noch Texte gut ablegen kann. Dokumentiere deine Erfahrungen nach der Umsetzung einzelner Ideen, damit du in Zukunft noch zielgerichteter planen kannst. Schaffe dir deine eigene Methodensammlung in einem Trello-Board.

J wie Jammern

Jammern und Haareraufen über die blöde Technik ist seit jeher an der Tagesordnung.

Sandra Dirks - Bild Nebenwirkungen

„Ich will das nicht! Ich brauche mehr Kontakt! Ich sehe, niemanden, ich spüre niemanden, ich mimimimimimimi…“

Nochmal kurz zusammengefasst für alle, die diesen Beitrag in 2020 lesen: Live-Online zu arbeiten ist aktuell die beste Sache, die dir im Moment passiert. Punkt. Dein Job findet online statt? Dann sei froh! Punkt.

Die meisten Veranstaltungen sind abgesagt und wenn du mich fragst – ich weiß, das machst du nicht, aber trotzdem sage ich es dir, ich hätte auch überhaupt gar keine Lust, irgendwo hinzufahren, um eine Veranstaltung live durchzuführen.

Ich habe keine Lust, mein Material zu desinfizieren. Ich möchte nicht mit Gesichtsschutz in einem Raum stehen und irgendetwas undeutlich unter der Maske hervornuscheln, während ich eigentlich ganz easy zu Hause am PC sitzen könnte, um den gleichen Effekt zu haben. Wenn die Notwendigkeit besteht, dann mache ich das gut geschützt, aber es ist dann nicht optimal. Ganz einfach deshalb, weil ich mich nicht wohlfühle.

Gut, jetzt könntest du sagen: „Aber ich fühle mich online nicht wohl! Das musst du auch verstehen mimimimi…“

Ich nehme es zur Kenntnis, sage dir aber, dass nicht das Arbeiten online akut das Problem auf dieser Welt ist, sondern eine beknackte Pandemie und Menschen, die das nicht akzeptieren.

Deshalb sage ich dir, lerne eine zusätzliche Möglichkeit kennen, die dir in einer solchen Situation hilft: Erschließe dir den Online-Raum und schau mal, was du daran positiv entdecken kannst. Jammern ist keine Option. Punkt.

Neulich sagte eine erfahren tolle Kollegin zu mir: „Weißt du, für die richtig guten Trainer ist das Online-Ding einfach nur eine zusätzliche Methode, die sie erlernen und die ihren Kompetenz- oder Methodenkoffer auffüllt und damit ihre Einsatzfähigkeit.“ Jepp! Das klingt doch wunderbar, oder?

K wie Kurzvortrag

Ein Kurzvortrag ist, wie der Begriff schon verrät ein kurzer Vortrag. Punkt.

Ein Kurzvortrag sollte im Präsenzworkshop die Dauer von 10 Minuten nicht überschreiten. Im Online-Workshop sollten die Wissenshäppchen noch kürzer gewählt werden. Hier hat sich eine Dauer von maximal 4 Minuten bewährt. Ich weiß, dass das verdammt schwer ist und dass du bei manchen Themen das Gefühl hast, dass das einfach nicht machbar ist.

Aus diesem Grund solltest du deine Teilnehmenden an verschiedenen Stellen des Vortrags mit einbeziehen.

Zum Einstieg könntest kleine Aufgaben zur Bestandsaufnahme stellen, z.B. in Form einer Stichwortsammlung auf dem Whiteboard oder im Chat:
„Was wisst ihr schon zum Thema?“
Vielleicht bietet dein Thema auch Stoff für eine Einschätzungs- oder Meinungsfrage? Manchmal kommen hier ganz erstaunliche Dinge ans Tageslicht.

Zu Beginn deines Vortrages könntest du Aufgaben verteilen. Das könnten z.B. Fragen sein, deren Antworten im Vortrag versteckt sind. Diese Antworten werden nach dem Vortrag im Plenum zusammengetragen. Damit hast du gleichzeitig die Reflexion des Gelernten angetriggert.

Also, welche der Aufgaben könnten deinen Kurzvortrag lebendig machen?

L wie Logitech

Logitech ist für mich DER Dealer für Webcams. Ich setze die
922 Pro Stream* und die Brio* ein. Das sind meine absoluten Favoriten.

Sie können mit einer Auflösung von 4K eingesetzt werden, obwohl das nur notwendig ist, wenn man mit einer starken Vergrößerung, z.B. in ManyCam (s. unter „M“) arbeitet.

Unbedingt empfehlen möchte ich dir hierzu die kostenlose Software „Logitech Capture„, weil die wunderbar ist, um die Kameras richtig gut einzustellen. Außerdem wird die Software von den meisten Online-Meeting-Plattformen als virtuelle Webcam erkannt. Damit kannst du sie z.B. statt ManyCam nutzen. Ein einfacherer Weg, wenn du weniger Technikaufwand haben möchtest, dir aber trotzdem einen schnellen Kamerawechsel wünschst.

Mir gefällt auch, dass die Einstellungen so lange gespeichert werden, bis ich sie verändere. So kannst du jederzeit schnell starten.

So sieht die Oberfläche aus. Mir gefällt die Übersicht:

Sandra Dirks - Logitech Capture Empfehlung Screenshot

M wie ManyCam

ManyCam ist eine virtuelle Webcam, mit der du rasend schnell deine Kameras wechseln kannst. Hier in diesem Video zeige ich dir, wie das funktioniert:

Puh, raucht dir der Kopf? Weiter geht es demnächst mit Teil 2.

Schön, dass du bis hierher dran geblieben bist.

Welches ist hier heute dein Lieblingsbuchstabe mit dem besonderen Mehrwert? Schreib es mir gerne in die Kommentare. Ich bin schon sehr gespannt.

Lieben Gruß

Gruß von Sandra Dirks
Sandra Dirks - Das große Online-Workshop ABC Teil 1

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Über die Autorin

Sandra ist Flipchart-Heldin und Online-Workshop-Urgestein mit Onlinedating-Hintergrund. Sie bloggt über Flipcharts, Facilitation & Zubehör, um dir Ideen zu liefern, für Workshops, Coaching & Alltag.

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