Fotografen werden diesen KI-Trick hassen – ChatGPT Image Generator 2.0
Ich wollte eigentlich nur ein Bild
Ein ganz normales. Ich sitze am Schreibtisch, vor dem Laptop. Bereit für einen Online-Workshop. Fertig.
Dann ist Folgendes passiert: Vier KI-Versuche später sehe ich plötzlich aus wie ich. Aus einem Video-Screenshot wird ein Magazinbild und irgendwo dazwischen habe ich vergessen, was ich eigentlich machen wollte. 😄 Auf jeden Fall habe ich dafür weniger Lebenszeit vergeudet als bei meinen vorhergehenden Versuchen, genau dies zu erreichen.
Der eigentliche Auslöser war ein ganz anderer. Ich arbeite gerade mit Nigel – meinem persönlichen Assistenten (ja, auch KI aber über OpenClaw) – an einem Konzept für Online-Workshops. Das lehnt sich an mein neues Buch an. Es geht um klare Abläufe, gute Struktur und dieses Gefühl:
👉 Hier kannst du dich entspannen und trotzdem konzentriert arbeiten.
Dafür brauchte ich ein Bild, für eine Übersichtsseite.
Ich wollte zeigen:
- Ich sitze am Laptop,
- in einer ruhigen, klaren Arbeitssituation,
- so, wie sich ein guter Online-Workshop anfühlen soll.
Also habe ich ein Foto genommen, einen Screenshot aus einem Video, und dann… Naja.
Ein kleiner Zeitsprung (weil das hier Runde 4 ist)
Das hier ist nämlich nicht mein erster Versuch. Sondern eher ein kleines KI-Tagebuch:
- Versuch 1: Canva
- Versuch 2: Actionfigur (ChatGPT)
- Versuch 3: Gemini
- Versuch 4: ChatGPT Image Generator 2.0
Beobachtung: Ich scheine das regelmäßig im Frühjahr zu machen. 😄
Runde 1: Canva – Übergabe kurz vor der Rente
Mein erster Versuch war mit Canva, und das Ergebnis war… Eindeutig. Ich sah aus wie 70 und war offenbar gerade dabei, meine Übergabe kurz vor der Rente in der Personalabteilung vorzubereiten. Mit Kleidung, die ich nie tragen würde, und einer Ausstrahlung, die ich auch nicht bestellt hatte. Mehr dazu liest du in diesem Blogbeitrag.

Bild erstellt mit Canva-KI
Runde 2: Actionfigur – süß, aber nein
Dann kam der große Trend: Actionfiguren. Also habe ich mit ChatGPT eine erstellt. Ich sag’s, wie es ist: Die ist richtig gut geworden. Schon nach dem etwa 125. Versuch. ☝️ Ich glaube, nein, ich hoffe, dass sie den dafür verwendeten Server mittlerweile vielleicht wieder heruntergekühlt haben. Die „Homeoffice-Sandra“ aus diesem Zyklus ist bis heute mein Favorit.
Ich liebe sie. Aber: Das ist kein Profilbild.
Das ist eine Figur.
Ein Spiel.
Eine Idee.
Den teilweise kritischen Blogbeitrag dazu findest du hier.

Bild erstellt mit ChatGPT
Runde 3: Gemini, zu schön, aber 27 Meilen zu glatt
Dann kam Gemini, und da wurde es wirklich schick. Ich habe die Bilder sogar benutzt:
- auf der Website
- auf YouTube
Aber trotzdem war klar: Das bin ich nicht. Zu glatt, zu sehr Glasierzuckerguss mit Riesenmund und Julia-Roberts-Lächeln. Wäre ja auch zu schön. Ja, das wäre ich gern. Wunscherfüller-KI: Sammeltasse aus Pisspott. Isses schön! Bis du raus aus dem Netz ins echte Leben gehst.






Alle Bilder dieser kleinen Galerie wurden mit Gemini erstellt
Runde 4: Ein halbgares Screenshot-Bild … und plötzlich passt es
Ein Screenshot.
Nicht perfekt.
Nicht geplant.
Nicht „für ein Shooting gemacht“.

Daraus entsteht plötzlich ein Bild, in dem ich mich erkenne.

Erstellt mit ChatGPT 5.5
Hey, so fühle ich mich wohl. Die Haare sind ein wenig struppig, aber das ist wohl dem Screenshot geschuldet. Ganz grundsätzlich mag ich mich aber sehr auf diesem Foto. Eine gute Basis für das eigentlich benötigte Foto.
Feinschliff: Ich bleibe bitte ich
Was dieses Mal anders war: Ich konnte nachjustieren:
„Haare bitte glatter.“
„Bitte näher am Original.“
„Ich möchte mich wiedererkennen.“
Das hat endlich super funktioniert mit dem neuen Image-Generator 2.0 von ChatGPT, den ich nicht nur für Profilbilder wirklich empfehlen kann.

Erstellt mit ChatGPT 5.5
Ja, ich bin die Grinsekönigin und ja, ich habe es nachbearbeitet. Natürlich. Und ja – ich gestehe: Ich habe die Bilder danach noch durch Lightroom gezogen.
Augenringe? Fast weg.
Ein bisschen Glättung? Ja. Dafür ist die Technik da.
Und ich bin eitel genug, sie zu nutzen.

Erstellt mit ChatGPT 5.5
Sehr gelungen finde ich auch das Flipchart. Ja, das habe ich wirklich selbst gezeichnet! ChatGPT hat hier nur ein kleines bisschen Fantasie angelegt.
So sieht das Original-Flipchart aus:

Ein kurzer Kommentar dazu von ChatGPT
„Falls ihr denkt, sie ist im Prompten jetzt besser geworden:
Nein.Sie redet. Und redet. Und redet.
So wie jetzt gerade auch.Ich muss mir daraus die Essenz zusammensuchen.
Ist auch nicht leicht für mich.Aber: Ich bin technisch besser geworden.
Und deshalb kommt am Ende trotzdem was Gutes raus.“
Ich würde sagen: fair.
Und ja: Das ist High-End
Ich sag’s einfach so:
Das hier ist High-End. Nicht Spielerei. Nicht „ganz nett“. Sondern eine Qualität, bei der ich denke:
👉 Das hätte auch ein optimales Fotoshooting sein können.
Und ja – ich bin mir ziemlich sicher: Fotograf:innen werden diesen Trick hassen.
Was sich wirklich verändert hat
Früher war KI:
- zu glatt
- zu künstlich
- zu weit weg
Jetzt ist sie:
- nah dran
- steuerbar
- schnell richtig gut
Und das ist neu.
Ganz ehrlich: Ich will genau das
Wenn das jetzt schon geht … was kommt dann in einem halben Jahr?
Dann werfe ich irgendeinen mäßig ausgeleuchteten Screenshot rein und bekomme ein Bild zurück, als hätte ein berühmter Modefotograf mich fotografiert. Und ja:
Genau das will ich.
Worum es mir eigentlich geht
Diese Bilder sollen nicht nur zeigen, wie ich aussehe. Sondern, wie es sich anfühlt, mit mir zu arbeiten.
- klar
- ruhig
- angenehm
So dass man denkt: „Da setze ich mich gern dazu.“
Und während ich das eigentlich nur für diese Seite gebaut habe…
…ist mir plötzlich aufgefallen: 👉 Das ist ein richtig gutes Profilbild.
Nicht geplant. Aber absolut brauchbar.
Mein Fazit: vier Schleifen später
- Übergabe vor der Rente
- Actionfigur
- Schön, aber nicht ich
- Ah. Es geht doch.
Genau diese vierte Runde fühlt sich richtig an.
Dann habe ich die Prompts von Marike Frick entdeckt …
Manchmal klickst du einfach mal auf Werbung und schwupps passieren genau die Dinge, die dir gefallen. Marike Frick, die Expertin für Pressearbeit, hat mich mit einem ganz besonderen Lead-Magneten eingefangen. Sie hat verschiedene Prompts zur Verfügung gestellt, mit denen du aus Screenshots oder anderen Dulli-Bildern besondere Bilder erstellen kannst. In meiner grenzenlosen Eitelkeit musste ich es ausprobieren und es sind neben echt schrägen Sachen auch ganz wunderbare Bilder entstanden, die mir auch gezeigt haben, was mir in den vergangenen Jahren verloren gegangen ist. Dabei sind einige Bilder herausgekommen, die mir zeigen, wie ich mich wieder gerne sehen möchte. Besonders die Glamourösen, im schwarzen und roten Hosenanzug. Kleidungsstücke, die mir über die Jahre abhandengekommen sind. Schon vor sehr langer Zeit, die mir aber sehr wichtig sind, weil ich mich darin sehr wohlgefühlt habe. Kleidungsstücke, die mir aufgrund meiner veränderten Körperlichkeit abhanden gekommen sind, die der Bequemlichkeit weichen mussten. Schluss! Ich will sie zurück. Deshalb habe ich mir genau diese Bilder ausdrucken lassen. Ziele visualisieren. Back in the game!
Hier meine kleine Auswahl, alle folgenden Bilder wurden mit ChatGPT 5.5 aus einem Screenshot generiert:

Entspannt auf dem Sofa mit – für mich – schlanken Armen und Beinen, aber der #Oberkörper passt. Deshalb erkenne ich mich absolut wieder.

Krass, in der Mimik erkenne ich mich in meiner Oma. Hätte nie gedacht, dass die Ähnlichkeit doch so erkennbar ist. Auch hier sind die Arme wieder viel schlanker, aber breite Hüfte, Bauch und Busen passen so in etwa.

Die Ohrringe müssten eigentlich Silber sein, da habe ich nicht aufgepasst. Aber: Ja, das bin ich.

Für den Fall, dass ich doch mal einen Podcast hoste – hier ist schon mal mein Profilbild dazu. Irgendwelche Ideen, worüber ich sprechen sollte? Schreib es mir in die Kommentare! Komm mir jetzt aber nicht mit Trainings- oder Beziehungsgedöns.

Das ist schnell gesagt: Ich liebe es! Die Beine und Füße passen nicht. Ich habe viel schönere Füße und nicht so alte, verkrüppelte Dinger. Aber woher soll ChatGPT das auch wissen? Davon mal abgesehen finde ich das Bild klasse. Im echten Leben hätte ich eine Marlenehose an, weil meine Beine dort besser hineinpassen.

Das ist ein perfektes Outfit. Abgesehen von der Tatsache, dass ich meine Beine aus verschiedenen Gründen nicht überschlagen kann, ist es, bis auf die Haare, die etwas heller sein dürfen, ein perfektes Zielbild. So möchte ich gern wieder sein: Wunschbild aus meinen 20er-30er Jahren, in denen der Hosenanzug der Begierde einfach dunkelblau war. In diesem Outfit einen Vortrag halten oder aus meinen zukünftigen Büchern vorlesen. Jetzt aber mal wirklich! Challenge accepted!
Bei den Schuhen muss ich mir etwas einfallen lassen, denn mir tun die Füße schon vom Zuschauen weh. 😂
Ja, KI kann auch das: Ziele verdeutlichen. Wer will ich innerlich oder äußerlich sein? Wie viel davon steckt schon darin? Das musst du allerdings selbst entscheiden. Lass dir das nicht von anderen kaputt machen, indem du sie nach ihrem Feedback zu diesen oder ähnlichen Bildern fragst.
Und bevor jemand fragt…
Nein. Dieser Text ist natürlich nicht zu 100 % KI-generiert.
Sonst wären hier deutlich mehr
UND
UND
UND
in Großbuchstaben und mit sinnlosen Absätzen drin. 😄
Jetzt du!
Mich interessiert wirklich:
- Würdest du solch ein Bild nutzen?
- Wo ist für dich die Grenze?
- Bist du auch ein bisschen eitel? Ist ja nicht schlimm, finde ich.
Schreib’s mir gern in die Kommentare.
Ich bin gespannt.
Deine Sandra Dirks
& Chatty Betty 😄 (<- wie es zu diesem Namen kam, das ist eine andere Geschichte)
